Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1874077
Die öäentlichen Gebäude. 
Brunnen, Altäre und sonstige kleine Bauwerke. 
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dem ersten Brunnen kennen gelernt, bestehend aus einem Altar vor dem 
Bilde der Straßenlaren , auf Welchem diesen Daemonen von den Vorüber- 
gehenden ein wohlfeiles Opfer und ein flüchtiges Gebet dargebracht wurde. 
Ganz ähnlich ist ein zweites derartiges Heiligthum in der Strada stabiana 
ebenfalls mit einem Brunnen verbunden. Ohne Verbindung mit einem Brunnen 
ist ein Altar in der Straße hinter dem s. g. Gefängniss am Forum, angelehnt 
an eine Wand; hinter demselben erscheint auf einem von Pilastern eingefaßten 
und von einem Giebel gekrönten Felde die bekannte Opfercaeremonie anstatt 
gemalt in Stuccorelief. In dem Giebel ist ein Adler in Relief gebildet, Welcher 
zu der unrichtigen Annahme den Anlass gegeben hat, dieser Altar sei dem 
Juppiter geweiht gewesen; er erscheint vielmehr nur als ein sehr passender 
Schmuck des flachen Giebeldreiecks, welches er mit seinen ausgebreiteten 
Schwingen erfüllt, und Welches eben wegen der Ähnlichkeit seiner allgemeinen 
Form mit den ausgebreiteten Flügeln 
eines Adlers in Griechenland den Namen  
nAdlBIu (derög) erhalten hat. Ein anderes    _   ' 
Beispiel (Fig. 133) wird genügen, um      
nebst dem zuerst betrachteten den durch-     
schnittlichen Charakter dieser Cultus- f     
statten der clii populares oder patellarii   
uns zu vergegenwärtigen. Es ist dies ein  
ziemlich ansehnlicher Altar, Welcher, um Villüiv.  g    
den Verkehr auf dem ohnehin nicht allzu flilvgwfll"  f   l   
breiten Fußweg nicht zu versperren oder imkHillmlWilli'    
zu beengen, bescheidentlich in einer   vgmljtllllllllllll  
Mauernische steht, in welcher über dem-   
selben eine Opferdarstellung, ähnlich den   
besprochenen, gemalt oder in Relief an-  
gebracht gewesen sein wird, welche uns     Lt;  
Verlgrgn gegangen ist, Statt der Largn- i W-Erf?     
darstellung erscheinen gelegentlich auch Fig- 133- Altar an einer Straße- 
nur die beiden Schlangen, die Vertreter 
des männlichen und weiblichen Genius; so gleich rechts am Stabianer Thor, 
und an der Siidwestecke der Insula IX, 2, wo statt des Altars nur eine Nische 
für die Opfergaben angebracht ist.  
 Ein wahrscheinlich den Straßenlaren geweihtes Heiligthum in Form einer 
Aedicula begegnete uns am Forum in einer Nische an der Außenseite des 
Macellums (oben S. 122). Hierher gehört ferner ein Sacellum an der Stabianer 
Straße, auf der Ostseite der vierten Insula der achten Region. In einem nach 
Art eines kleinen Ladens auf die Straße geöffneten Raume finden wir nicht weit 
von der Rückwand und ihr parallel einen länglichen Altar, in der rechten Wand 
eine kleine Nische, in welcher ohne Zweifel die Larenbilder standen, und an der- 
selben WVand, gleich am Eingang, eine niedrige Bank. Und wohl im Hinblick 
auf die Ahnlichkeit mit diesem Heiligthum hat Fiorelli vermuthet, dass auch 
das als Barbierstube bekannte Local an der Mercurstraße (VI, 8, 14) den 
Straßenlaren geweiht war. Wir finden hier in der Mitte einen viereckigen 
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