Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871234
Campania felix, der Gol-f {von Neapel etc. 
begrenzend, in "blauen Duft gehüllt emporragen. Links, auslaufend von den 
bedeutenden Höhelliügen des Hirpiner Gebirgs streckt sich die bergige Land- 
Zllnge Vor, W11 deren Fuß und ansteigenden Seiten uns Castellammare und Sor- 
rent entgegenschimmern, und an deren Ende das Wundervoll gestaltete Capri, 
freilich nicht ganz und nicht in seinem interessantesten Profile, mit dem eS 
sich NeaPel darstellt, sichtbar wird. Höher und steiler erhebt sich landein- 
Wälts die Fortsetzung der sorrentiner Berge und überragt mit den schroffen 
und phantastischen Gipfeln des Monte Santangelo die vom Sarno durchströmte 
Ebene südöstlich von Pompeji. Voll imposanter Pracht ziehen sich, wenn 
wir uns weiter links wenden, die Hirpiner Berge in das Land hinein und 
erheben sich in mannigfachen und schöngeformten Umrissen zu der Masse des 
Apennin, der weit hinten das Bild dieser glanzvollen und gesegneten Ebene 
begrenzt. Der Sarno strebt in der geringen Entfernung von etwa 20 Minuten 
von Pompeji dem Meere zu, noch heute ein immer strömender, ja wasserreicher, 
im Alterthum ein weit landeinwärts schiff barer Fluss. Wie aber um Pompeji, 
so ist Campanien in allen Theilen wasserreich, selbst im höchsten Sommer, 
weshalb, sowie wegen der Seewinde, die Hitze dort lange nicht die dörrende 
Wirkung hat, wie im nachbarlichen aber trockenen Latium und wie nament- 
lich in der nähern Umgebung Roms.  
Dass ein in jeder Weise so gesegneter Landstrich von alter Zeit her 
reich bevölkert war, ist leicht begreiflich: in der That sind uns die Namen 
vieler Städte bekannt, und von manchen derselben sind bedeutende Ruinen 
nachweisbar. Soweit unsere Kenntniss hinaufreicht, waren diese Gegenden 
von einer Bevölkerung bewohnt, welche dem oskischen Zweige des itali- 
schen Volksstammes angehörte. Schon früh siedelten sich dann an den 
Küsten Griechen, namentlich ionischen Stammes an: schon im 11. Jahrhun- 
dert v. Chr. soll Kyme gegründet sein. Von hier aus ward Dikaearchia (Poz- 
zuoli), alsdann Parthenope (später Palaeopolis) an der Spitze des Posilipo, 
und im Anschlusse daran Neapolis gegründet. Der Einfluss der griechischen 
Cultur auf die Eingeborenen war bedeutend. Sie nahmen das griechische 
Alphabet an, welches sie freilich in eigenthümlicher Weise zu dem uns 
wohlbekannten oskischen Alphabet umbildeten, und es scheint, dass sie im 
fünften Jahrhundert in Sitten und Gebräuchen vollständig hellenisirt waren. 
Eine zweite Periode in der Geschichte Campaniens beginnt mit dem Ende des 
fünften Jahrhunderts. Die gleichfalls oskischen Stämme des Gebirgslandes, be- 
kannt unter dem Namen der Samniten, welche an der Cultur und Hellenisi- 
rung ihrer in der Ebene wohnenden Stammesgenossen nicht Theil genommen, 
dafür aber sich größere kriegerische Tüchtigkeit bewahrt hatten, drangen 
jetzt in die Ebene vor, und bemächtigten sich sowohl der Städte einheimischer 
Gründung als der griechischen Colonien. Im Jahre 424 fiel Capua, 420 Kyme 
in ihre Hände. Nur Neapel rettete eine beschränkte Selbständigkeit. Aber 
auch die neuen Bewohner Campaniens entzogen sich nicht der griechischen 
Cultur, und nach weniger als einem Jahrhundert war es schon wieder der 
Gegensatz zwischen ihnen und den zurückgebliebenen Stammesgenossen m1 
Gebirge, welcher zu neuen Kämpfen, zur Einmischung der Römer, und durch 
die samnitischen Kriege (342-290) zur Unterwerfung Campaniens und Zu- 
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