Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873785
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Drittes Capitel. 
großen Hof O ; einer Xx von der Straße von Stabiae in die Hauptbadeabthei- 
lung; zwei, lä von derselben und 5x von der 'I'heaterstraße in die zweite Ab- 
theilung der Bäder; einer ad" von der Theaterstraße in die hinter dem Hofe 
gelegene Sonderabtheilung, und endlich einer XIIX von der Straße von Stabiae 
zu den Heizräumen. 
Betreten wir das Gebäude durch den Haupteingang Aik, in dessen an der 
Straße gelegener Schwelle die Reste eines doppelten Thürversclilusses sichtbar 
sind, so stehn wir in einer Art von Vestibulum A, welches erst nachträglich 
aus einem Laden in das verwandelt worden ist, was es jetzt darstellt. Sein 
Fußboden, sowie auch die ihm entsprechenden Theile des Trottoirs und der 
Säulenhalle B, ist mit Travertinplatten belegt; seine Wände sind über 
schwarzem Sockel roth bemalt und mit unbedeutenden kleinen Malereien ver- 
ziert. Aus diesem Vestibulum gelangt man in den großen Hof C und in den 
ihn umgebenden Umgang B, B', B". Dieser 3 M. breite Umgang, Welcher 
den Hof an der Süd- und Ostseite ganz, an der Nordseite zur Hälfte begrenzt, 
wurde ursprünglich gebildet von gut gearbeiteten, nicht cannellirten sondern 
nur gekanteten dorischen Tuifsäulen von 2,78 M. Höhe und 0,40 M. Durcl1- 
Inesser, welche 1,50 M. von einander entfernt standen. In der hintern Hälfte 
von B' sind einige derselben ohne die spätere Übertünchung sichtbar, und hier 
zeigt sich, dass die alten, gut gearbeiteten Trommeln irgendwann einmal 
theilweise durch andere von viel gröberer Arbeit ersetzt worden sind. Später, 
Wohl nach dem Erdbeben von 63, sind sie dann mit einer dicken Stuckhülle 
umgeben (vgl. Fig. 125) und, wie oft in Pompeji, unten, soweit sie zugleich 
etwas stärker gehalten sind, gelb, darüber weiß bemalt, mit cannelurartigen 
Streifen bedeckt und mit einem Pliantasiecapitell versehen worden. Wahr- 
scheinlich eben damals wurden weitere Veränderungen vorgenommen. Wir 
können auch in den Peristylien der Privathäuser beobachten, dass man in der 
letzten Zeit Pompejis es liebte, das dem Eingang entsprechende Intercolum- 
nium, und auch wohl das gegenüberliegende, zu erweitern und auch sonst 
hervorzuheben. S0 hat man auch hier dem Eingang entsprechend an die Stelle 
von vier Säulen zwei längliche Pfeiler gesetzt, welche um etwa 1,70 M. höher 
sind als die Säulen, an der dem Eingang abgewandten Seite aber mit einer 
Halbsäule abschließen, welche den Säulen an Höhe gleich ist und mit ihnen 
dasselbe Gebälk trägt (s. Fig. 125). Und dasselbe Motiv wiederholt sich, mit 
einigen Variationen, an der Rückseite, dem Eingang gegenüber; hier steht an 
der Rückwand eine Herme, welche jenen eigenthümlichen Typus des Hermes, 
des Gottes der Palaestra, darstellt, welcher uns schon im Apollotempel (oben 
S. 101) begegnete, nur von weit geringerer Arbeit und etwas kleiner. Links 
von diesem erweiterten und erhöhten Intercolumnium schließt mit noch einer 
Säule und einer Halbsäule die nördliche Halle ab, und es folgen andere Räume 
(J, K), von denen noch weiter die Rede sein wird. Am YVestende der vordern 
Halle sind zwei Säulen durch eine ersetzt worden, um dem noch zu besprechen- 
den Streifen d d ein weiteres Intercolumnium entsprechen zu lassen. 
Von dem alten Tuifgebälk ist nichts an seinem Platz geblieben; einige 
Blöcke (mit Zahnschnittgesims, von geringer Ausdehnung, so dass sie auf 
einer Holzbohle ruhen mussten) liegen im Vestibul A. Der spätere, auf einer
        

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