Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873706
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Drittes Capitel. 
durch die Öffnungen nicht unterbrochen wird, sondern sich bis in dieselben 
hineinzieht. Die Ornamentiruxig besteht in Stuccoreliefen, welche in den 
Hauptfeldern schwebende weibliche Figuren darstellen. Grade über dem 
Labrum befindet sich ein rundes 
    Ü f Fenster in der YVölbung der 
 1'   Nische, auch dies nach Vitruvs 
v];    ex  Vorschrift, der als Grund dieser 
  ten der SlCll waschenden Perso- 
 Xliilil  nen nicht in die WVanile fallen 
  i" sollen. I)as Labrum in Pompeji 
      ist eine große flache Kumme von 
E;    :3,'34 M. Durchmesser, 0,21 M. 
   .71 Tiefe und I'M. Erhebung über. 
xi   _ den liäoden, 1n der Mitte nabel- 
1131m;   Mr  fornng erhoben. Hier ist eine 
51   f illltilwiif.lli{rtil  1;; xmlhvlllß; bronzene Röhre durchgetrieben, 
l i llllllllllllllllllil lllillllllzllllls;ii all illllt! (Mich  das  empor- 
       illllllü Ä stieg. Dies XVasser war wahr- 
    eilt Jlbll im      i  
     
men ist [es zwar ganz unzweifel- 
ä  haft, dass das zum Labrum des 
g Frauenbades leitende WVasser- 
  rohr aus dem Heizraum kommt, 
 doch kam es sicher aus dem am 
 llllllllil  in   höchsten gelegenen und am we- 
 G53 nigsten erwärmten der drei wei- 
Fig m2. Ansicht descaldarium terhin zu besprechenden Wasser- 
behälter. Nur von diesem aus 
hatte es den nöthigen Druck, um in einem Strahl emporzusteigen, und es ist 
beachtenswerth, dass in beiden Thermen die YVasserhehälter so angeordnet 
sind, dass der wärmste dem Alveus, der kühlste dem Lahrum zunächst liegt. 
Das Becken ruht auf einem nicht eben zierlichen Fuße von Lava, welcher 
aber aus dem besondern Grunde so sehwerfällig genommen scheint, um 
einigen kleinen Rissen im Marmor eine um so festere Unterstützung des 
Ganzen entgegen zu setzen. Es war nach Decurionendecret von den Rechts- 
duumvirn des Jahres 3f4 n. Chr. (I. R. N. 2223. 2264; C. I. L. X, 824. 
893) Gnaeus Melissaeus Aper und Marcus Staius Rufus aus Öffentlichen 
Mitteln besorgt worden. wie uns die folgende mit Bronzebuchstahen in den 
Rand eingelegte Inschrift lehrt: 
MELISSAEO 
LABRUM  
aus 
der 
der Wir zugleich den Preis erfahren, der für dieselbe bezahlt wurde und 
sich auf 5'250 Sestertien, nach unserem Gelde 1140 Mark belief, eine
        

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