Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873695
Die öffentlichen Gebäude. 
Die kleineren 
Thermen. 
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wir können aber in dem Durchschnitt drei lheile unterscheiden, a die sckoga 
labri, eine große halbrunde Nische mit denl grtißßll 156012911 (Q5714???) läur 
Abwaschungen nach dem Schwitzbade, b in der Mitte das elgenthche a" a" 
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a Fig. 121. Durchschnitt des Caldariuxn. 
rium, den Raum für das trockene Schwitzbad n1it unterhöhltem Fußboden 
(suspensura) und hohlen Wänden, durch Welche die heiße Luft strich, endlich 
rechts am Ende c die viereckige Wanne für das warme Wasserbad (lavatio 
calda), alles dies in wesentlicher Übereinstimmung mit den Vorschriften 
Vitruvs (V, 10). Nach einer sehr ungenauen Auslegung eben dieses Capitels 
des Vitruv ist vielfach behauptet worden, nach seinen Vorschriften sei mit 
dem Caldarium das nLaconicuma verbunden gewesen, Während er doch nur 
sagt, ein solches solle neben dem Tepidarium angelegt werden. Und weiter 
hat man demgemäß eben dies nLaconicuma in der Nische mit dem Labrum 
gesucht. Nach der einzig richtigen Ansicht über die Natur dieses Baderaumes 
ist es jedoch gewiss, dass in den kleineren Thermen überhaupt gar kein Laco- 
nicum gewesen ist und dass am wenigsten die Nische mit dem Labrum, deren 
sehr verschiedenen Zweck wir demnächst kennen lernen werden, als solches 
gelten kann. Denn das Laconicum war ohne Zweifel ein eigenes, zur Her- 
vorbringung einer besonders starken Hitze eingerichtetes, von den gewöhn- 
lichen drei Baderaumen gänzlich abgetrenntes, mit dem Tepidarium als 
Vorraum auf's natürlichste verbundenes und mit einer Kuppel überwölbtes 
Gemach. Dagegen dient die halbrundc Nische am einen Ende des Calrlarium 
nur als architektonisch höchst angemessen gestalteter Ort zur Aufnahme des 
runden Labrum, um welches sie einen überall gleich (1,30  weiten Umgang 
herstellt. Unmittelbar vor dem Bogen, der die Nische von dem Caldarium 
sondert, findet man in der Ansicht Fig. 122 das größte Fenster in der Mitte 
der Deckenwölbung, zu beiden Seiten sind kleinere angebracht, so dass man 
sieht, wie eifrig bedacht die Pompejaner waren, in diesen heißen Räumen 
volles Licht und zugleich die nöthigen Öffnungen zum Ablassen des Dampfes 
und zum Einlassen frischer Luft herzustellen. Diese Fenster sind übrigens in 
So auffallendem hlaße unorganisch durch die Wölbung gebrochen, dass man 
S18 für modern halten könnte, und, um sich von dem Alterthum dieser Fenster 
zu überzeugen, erst darauf aufmerksam werden muss, dass die Ornamentirun g 
Overbeck, Pompeji. 4.Au{'I. 14
        

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