Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873613
Die öffentlichen Gebäude. 
Die kleineren Thermen. 
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öffentliche Anlage, gebaut und der Benutzung anheim gegeben worden sind. 
Wann dies geschehen ist, ergiebt sich theils daraus, dass L. Niraemius in 
einem der ältesten, der ersten Zeit der römischen Colonie angehörigen Wahl- 
programm vorkommt, theils aus der Bauart des Gebäudes, welche in auffal- 
lender YVeise mit der des Amphitheaters und des kleinen Theaters überein- 
stimmt. Wir werden also nicht zweifeln dürfen, dass, wie die genannten 
Gebäude, so auch diese Thermen bald nach der Deduction der sullanischen 
Colonie entstanden sind. 
Sieht man sich nun den Plan an, so mag auf den ersten Blick die nicht 
unbeträchtliche Zahl von einzelnen Räumlichkeiten auf demselben verwirren, 
doch werden wir uns leicht zurechtfinden, wenn wir alles Nebensächliche weg- 
denken. Es sind dies besonders die vielen Läden, welche ohne jede Verbin- 
dung mit dem Innern des Gebäudes, wie dies auch bei Privathäusern das Ge- 
wohnliche ist, bald aus einem Zimmer, bald aus mehren bestehend, fast das 
ganze Erdgeschoss der Thermen umgeben. Sie sind zur leichten Absonderung 
auf dem Plane hell durchschraffirt. Ausgedehnte und zusammenhangende 
Räume, deren Bestimmung wir nicht errathen können, lagen iiber den Läden 
der Ostseite und erstreckten sich auch über die östliche Halle des Hofes A; 
sie waren zugänglich durch die breite und stattliche Treppe neben a 3. Sodann 
vereinfachen wir uns die Übersicht, wenn wir die beiden Abtheilungen der 
Thermen, das Männerbad und das Frauenbad, getrennt betrachten, wie sie 
denn thatsächlich getrennt und auch auf dem Plane Fig. 116 unterschieden 
sind, indem die Mauern der Frauenabtheilung  nur dunkel schraffirt, 
die Mauern des Männerbades  ganz schwarz erscheinen. 
Wie schon bemerkt, haben die Thermen drei Eingänge, abgesehn von 
demjenigen in die Frauenabtheilung b und dem zu den Heerden führenden c, 
welcher übrigens erst später aus einem Laden gleich den anstoßenden in einen 
Zugang verwandelt worden ist. Die Eingänge zum Mlännerbade sind mit a 1, 
2, 3 bezeichnet. Der Eingang a1 liegt an der westlichen Gasse (Vicolo clelle 
Terme) und fuhrt unmittelbar auf den innern Hofraum A; ein kleines Gemach 
links an demselben d ließ sich früher, denn jetzt ist es unzugänglich, auf das 
bestimmteste als Abtritt erkennen, und muss im Kleinen gezeigt haben, was 
Wir größer in den größeren Thermen wiederfinden werden und noch größer 
am Forum neben der Fruchthalle getroffen haben. Der Eingang a2 von der 
Straße des Forum aus ist überwölbt wie die umliegenden Läden, um dem obern 
Stockwerk und den großen Wölbungen der eigentlichen Baderäume einen 
festen Halt entgegen zu setzen. Auch dieser Eingang fuhrt durch einen 
Gang e links in den Hofraum, rechts in das Auskleidezimmer B. Der dritte 
Eingang a 3 dagegen an der Thermenstraße, der einzige heute zugängliche, 
leitet mittels eines zweiten gewölbten Ganges, dessen Wölbung auf weißem 
Grunde mit rothen und gelben Sternen bemalt ist, direct in das Auskleide- 
Zimmer B. Neben diesem Eingang, zunächst der Nordostecke des ganzen Ge- 
bäudes ist eine steinerne Bank angebracht; vermuthlich warteten hier die 
Schwall, Welche ihre Herren ins Bad begleitet hatten. Der Hofraum A, der 
Jetflt anmuthig genug in einen kleinen Garten verwandelt ist, wird an zwei 
Selten von einem dorischen Säulengange, an der dritten, im Osten, von einer
        

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