Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873500
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Drittes Capitel. 
bewaffnet, zu Leibe geht. Der Panther ist an einen Strick, aber dieser nicht 
an einen festen Gegenstand befestigt, was alle Gefahr des Bestiarius aufheben 
  w  Wüfdß, Sgndern an den Gurt, der einem frei 
471i? laufenden Stier um den Leib gelegt ist. Ihre 
   gefährlichsten Sprünge kann so die wilde Katze 
 nicht machen, aber der Bestiarius kann eben 
  so wenig berechnen, wie schnell der Stier dieser 
 i nachgeben oder selbst gegen ihn heraiistiirmen 
 wird. Er muss also bestens auf der Hut sein, 
i' z  und seine Ubuiig ist keineswegs gefahrlos. 
"E  Hinter dem Stier, der nicht recht vorwärts zu 
 wollen. scheint, Isehn wir einen Treiber, der 
iipllfx j aber nicht mit einer bloßen Gerte oder einem 
 Knittel, sondern für alle Fälle ebenfalls mit 
.11 , einer Lanze bewaffnet ist, mit der er den Stier 
q?  antreibt vorzugehn und dem wild anrennenden 
E  _ Panther Raum zu geben. 
  Das zweite kleine Relief (Fig. 111) zeigt 
{f W Mail  einen ernstlichen Kampf eines Menschen gegen 
ä  einen Bären 83). Der Bestiarius bekämpft das 
ä   Thier wie der spanische Matador mit vorgehal- 
ä 24? '  tenem Tuch. In diesem Umstand liegt zugleich 
g   ein ungefahres Datum unserer Reliefeudenn 
w t  nach Plinius VIII, 16 wurden die Kampfe 
ä f-lä   mit dem Tuch erst unter Claudius eingeführt; 
5'  1 da nun die Spiele in Pompeji von 59-69 
ä.  u. Z. verboten waren (s. S. 14), und auch 
"ä.   äf: von 69 bis 79 wohl schwerlich stattgefunden 
ä m5: haben, so können diese Reliefe nur zwischen 
S? l 41 (Claudiilf Regierungsantritt) und 59 ge- 
  as e ie ig. zeig uns einen ganz 
 nackten und welulosen Mann zwischen einem 
t s; wg;    Löwen und einem Tiger, doch ist die darge- 
 stellte Scene sehr unklar, da beide Thiere in 
  der größten Eile zu entfliehn scheinen, wovon 
äi man das Motiv nicht einzusehn vermag. 
ff? In dem Relief Fig. 113 sieht man wieder 
TI einen Nackten, der seinen Speer gegen einen 
 Hiehenden Wolf verschossen zu haben scheint, 
 und der jetzt, gestürzt, von einem Eber ange- 
 griHen und hart bedrängt wird. Weiter rechts 
 ist eine Scene aus den Kämpfen von Thieren 
    gegen einander oder eine Jagd dargestellt. 
Ein Hirsch oder vielleicht richtiger eine Antilope ist von zwei Wolfsartigen 
Hunden ereilt und niedergeworfen; ein Strick an den Hörnern des gejagten
        

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