Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873238
Die öffentlichen Gebäude. 
Das große Theater. 
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Links von v ist der Raum unter der Bühne beträchtlich tiefer (1,80 M.) als 
rechts (0,95  es wäre möglich, dass aus diesem tiefern Raume Geister- 
erscheinungen aufgestiegen Wären. Eben hier finden wir bei t in den Boden 
eingelassen zwei massive Steinblöcke, welche in ihrer Oberiiäche (1,20 x 0, 50 
eine flache viereckige Vertiefung (0, 22 x 0, l 5  und ein mindestens 7 Centim. 
tiefes, rundes, stark mit Eisen gefiittertes Loch haben: 
ihre Gestalt Wird durch nebenstehende Figur deutlich. 
In den runden Löchern will man bei der Entdeckung . l 
die mit einem eisernen Zapfen endenden Reste starker 
Balken aufrecht stehend gefunden haben, und hat Figßgf Stein unter der 
deshalb vermuthet, dass hier die unten bei Besprechung  Seenä- 
der Decoration näher zu erwähnenden, unseren Coulissen 
entsprechenden prismatischen Trigonen standen, welche auf jenem Zapfen 
gedreht den Decorationswechsel bewirkten. Wie dies mit der eigenthümlichen 
Stellung dieser Steine, und damit, dass sie nur auf einer Seite der Bühne vor- 
handen sind, sich vereinigen lässt, muss dahin gestellt bleiben; für sicher 
dürfen wir obige Erklärung nicht halten, und müssen uns daran erinnern, dass 
die Alten ohne Zweifel noch manche Maschinerien hatten, von denen wir 
nichts wissen. Man gelangte zu diesen Maschinen bei x, wo Mazois 'l'reppen 
angiebt, von denen jetzt nichts zu sehen ist: man sieht nur allerlei unklare 
Mauerreste, wie sie auf unserm Plane angedeutet sind. Die Mauer n senkt 
sich allmählich vom rechten Ende gegen die Mitte und weiter gegen m. In 
den Raum zwischen m und p mündet bei g (und wahrscheinlich auch am 
entgegengesetzten Ende) von der Orchestra aus eine Wasserrinne, die in der 
Orchestra unter der Erde liegt, aber irgendwie das in den Zuschauer- 
raum gefallene Wasser gesammelt haben muss. Dasselbe gelangte dann bei 
y in eine an der Innenseite von m entlang laufende Rinne und wurde end- 
lich aus der Mitte derselben durch den weiten, gewölbten Canal 1' unter 
der Scena hindurch abgeführt. An die Innenseite der genannten Rinne sind 
bei o kleine Pfeiler angemauert, die zur Stützung des Fußbodens mitwirkten_ 
Bekanntlich wurde der Vorhang bei Beginn des Spiels nicht aufgezogen 
sondern niedergelassen, und es ist wohl klar, dass der Raum zwischen m und 
p bestimmt war, ihn aufzunehmen, und dass die hier sich findenden Vorrich- 
tungen damit in Verbindung stehen müssen. Es erstreckt sich nun unterhalb 
dieses nur wenig unter das Niveau der Orchestra vertieften Raumes ein etzt 
verschiitteter, aber auf dem Durchschnitt Fig. 93 nach Mazois angegebener 
und mit p bezeichneter gewölbter Gang. Beide Raume sind verbunden durch 
zwei Reihen ausgemauerter viereckiger Löcher, 0,36 bis 0,37 M. im Quadrat, 
deren obern Rand je ein viereckig durchbohrter Lavastein bildet. Von diesen 
Reihen muss die eine der Scheitellinie der YVölbung des untern Raumes, die 
andere etwa seiner nördlichen Wand entsprechen. Mazois" Annahme, es sei 
hier eine Maschinerie angebracht gewesen, durch welche an fernrohrartig in 
einander geschobenen hohlen Balken der Vorhang gehoben und gesenkt worden 
sei, hat wenig Wahrscheinlichkeit und erklärt keineswegs die doppelte Reihe 
von im Ganzen 17 Löchern. Wahrscheinlicher ist es, dass für den Vorhang 
das Biihnendach benutzt wurde; vielleicht gingen durch jene Löcher Stricke,
        

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