Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873097
Die öffentlichen Gebäude. 
Die Theater. 
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sachen, und da keine Spur von Verkaufsgegenständen oder Waaren in diesem 
Gebäude gefunden worden ist, hat man dasselbe zum Zollhause (telonium) 
von Pompeji gestempelt, in welchem die durch das Herculaner Thor kommen- 
den Händler, Bauern und Höker ihre Waaren zu verzollen gehabt hätten. 
Das wäre an sich gewiss nicht unmöglich, allein von allen jenen Funden 
wissen die Tagebücher der Ausgrabung nichts. Wohl aber geben dieselben 
ganz richtig an, dass hinter diesem Saale und mit ihm durch eine Thiir ver- 
bunden ein zweiter, etwa eben so großer Raum, mit dem Haupteingange von 
der ersten kleinen Querstraße (Vicolodi Narcisso) aus liegt. Es ist dies offenbar 
ein Stall mit Wagenremise. In dem Hauptraum konnten die Karren stehn, 
rechts von demselben ist unverkennbar der Stall für die Zugthiere und eine 
Kammer. Und in der That fand man hier zwei Pferdegerippe und einen frei- 
lich sehr fragmentirten zweiräderigen Karren. Um aus dem sogenannten Zoll- 
hause in den Stall zu kommen, durchschreitet man eine kleine Localität, welche 
sich in zweifelloser Weise als Abtritt zu erkennen giebt. 
Neuerdings hat Fiorelli (Descriz. S. 81) die Ansicht ausgesprochen, dass 
das Gebäude vielmehr einen religiösen Charakter gehabt habe und dem Dienst 
der Lares compitales, der Schutzgötter der Straßen, gewidmet gewesen sei. 
An diesen Cultushandlungen hätten auch die zu Wagen hereingekommenen 
Bewohner der Vorstadt Theil genommen, und ihre Wagen seien in dem Stalle 
untergebracht worden. 
Wir enthalten uns, dem Gebäude einen Namen zu geben. Nur so viel 
erscheint allerdings nach seinem ganzen Charakter sehr wahrscheinlich, dass 
es in der That ein öffentliches, nicht ein Privatgebäude war. Für den reli- 
giösen Charakter desselben dürfte die Statuenbasis kein hinlänglicher Beweis 
sein, zumal keine Spur eines Altars vorhanden ist, und die unmittelbare Ver- 
bindung mit dem Abtritt, sowie die auffallende Schmucklosigkeit der Wände 
scheinen doch eher dagegen zu sprechen. 
Dritter 
Abschnitt. 
Theater. 
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Eine Reihe Masken. 
Pompeji besitzt. zwei neben einander, nahe dem südlichsten Stadthor, dem 
Stabianer Thor, gelegene Theater, ein größeres, an den Abhang östlich vom 
Forum triangulare, südlich vom Isistempel und der Palaestra, angelehntes, und
        

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