Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1873000
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Drittes Oapitel. 
Außer dem Haupteingang war ursprünglich nur noch einer in der nörd- 
lichen Langseite vorhanden; erst in römischer, nicht näher bestimmbarer 
Zeit brach man den gegenüberliegenden in der Siidmauer durch 6")  Wir wissen 
auch nicht, wann man begann, das Tribunal in Marmor zu restauriren, 0b 
nach dem Erdbeben von 63 n. Chr., 0b schon früher; auf eine solche Restau- 
tion müssen aber einige dort vorhandene Säulenbasen, Capitelle und Gebälk- 
stücke aus Marmor zurüekgehn 70). Auch das können wir nicht sicher ent- 
scheiden, 0b man im Jahre 79 die Restauration des Hauptraumes in Angriff 
genommen hatte. Wahrscheinlich war es nicht der Fall: man müsste sonst 
mehr Spuren davon finden, und namentlich dass von den großen Säulen so 
wenig stehen geblieben ist, erklärt sich am besten durch die Annahme, dass 
man nach 63 etwa nur die Trümmer fortgeräumt hatte, um den Raum. un- 
bedeckt wie er war, benutzen zu können. 
Die Palaestra 
Curia Isiaca) 
Dies Gebäude (XXIV auf dem großen Plan) liegt in der Gruppe von Bau- 
werken, zu welcher auch die Theater gehören, hinter dem großen Theater, 
 zwischen dem Forum triangulare und dem Isis- 
   tßmpel. Seine Bauart ist die der Tuffpcriode. 
'4 a,  Der Plan des Gebäudes Fig. 86 ist ein- 
, fach und mit wenig Worten zu erläutern. Es 
„  hat zwei Eingänge, einen a vom Forum trian- 
 in gulare, den andern b von der Straße des Isis- 
g    tempels aus. Der erstere bildet eine Art von 
ä  kleiner Vorhalle zwischen den auf dem Plane 
 ' 51'  sichtbaiien Mauern; dile1'f gegen das Forum 
ä '  a; triangu are war versc ie ar; an der Thiir, 
 {l   welche zur Rechten des Eintretenden in den 
ä  il-  Baum hinter dem Theater führt, ist der Ver- 
. F  .  schluss nicht deutlich nachzuweisen, wird aber 
 E  _ . Z doch wohl vorhanden gewesen sein. Ubrigens 
j  iw ä ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Thiir 
.1    erst nachträglich angebracht worden ist, da sie 
ä l.  mit den drei Stufen, über welche man in die 
 '23 Area des Gebäudes hinabsteigt, collidirt. Tritt 
 l-lädfbl", man ein, so beiindet man sich unter einer um 
Flgßü man iißfglläestnllllowe" drei Seiten eines offenen Hofes von 24,15 x 
17,52 M. umlaufenden, 3,85 M. breiten Colon- 
nade von 19 sehr schlanken dorischen Säulen (Durchmesser unten 0,40 M.) , die 
größtentheils heutigen Tags noch in der Höhe von 3,29 M. unverletzt auf- 
recht stehn. 
Eine genaue Prüfung lehrt unwidersprechlich, dass das Gebäude nicht 
immer diese unsymmetrische Form, mit Säulengängen nur auf drei Seiten,
        

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