Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872970
Die öffentlichen Gebäude. 
Die Basilika. 
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war aber sicher kein für den gewöhnlichen Gebrauch bestimmter Aufgang zu 
oberen Räumen, welche mithin nicht vorhanden waren. 
Den großen Säulen entsprechen an den Langwäntlen je zwölfHalbsäulen von 
wesentlich geringerem Durchmesser (c. 0,80 M. mit dem Stuck) als die Säulen. 
Denselben kleinern Durchmesser haben die beiden Säulen und die beiden mit 
Mauerstiicken verbundenen Dreiviertelsäulen im Haupteingang, ferner die 
beiden Dreiviertelsäulen, durch welche die Vordermauern der Treppenräume 
des Tribunals abgeschlossen werden, und die beiden ihnen am Eingang der 
beiden Zimmer neben dem Tribunal gegenüberstehenden Halbsäulen, endlich 
die mit diesen letzteren gekoppelten Viertelsäulen in den hinteren (YVest-)ecken 
des Hauptraumes und die beiden eigenthiimlichen, aus einem größern und 
einem kleinern Segment gebildeten Combinationen in den Vorderecken des- 
selben. Da nun alle diese Säulen, Halbsäulen u. s. w. in demselben oder in 
ähnlichem Verhältniss wie sie dünner sind, auch kürzer gewesen sein müssen 
als die 28 großen Säulen, so muss die Differenz durch eine zweite, obere 
Säulen- und Halbsäulenstellung ausgeglichen worden sein. Nun finden 
wir in der Basilika eine beträchtliche Anzahl von Fragmenten korinthischer 
Säulen, Halb-, V iertel- und Dreiviertelsäulen, welche so ziemlich alle Formen 
des untern Geschosses wiederholen: es liegt daher nahe, anzunehmen, dass 
wir hier eben die Reste jener obern Stellung vor uns haben. Denn nur zum 
kleinsten Theil können sie dem Tribunal angehören, dessen Säulen, Halbsäulen, 
Viertelsäulen genau dieselben Formen und Verhältnisse haben. YVeiter aber 
lehren uns eben diese Fragmente, dass das obere Geschoss keineswegs genau 
dem untern entsprach: wir finden hier erstens weit mehr Rundsäulen, als wir 
bei genauer Entsprechung ilnterbringen können, zweitens eine eigenthiim- 
liche Art von Dreiviertelsäulen, welche ein Wandstück so abschlossen, dass 
sie vor die eine Seite desselben (natürlich die innere) als Halbsäulen vor- 
sprangen, während die andere Wandfläehe in der Tangente liegt. Diese Drei- 
viertelsäulen bezeugen uns, dass die YVand, der sie angehörten, durchbrochen 
war; die Rundsäulen , dass die Durchbrechungen mehre Intercolumnien um- 
fassten, endlich die Halbsäulen, dass stellenweise auch zwei neben einander 
liegende Intercolumnien geschlossen waren. So ergeben sich uns, unter Be- 
rücksichtigung der Zahl der durch die Fragmente bezeugten Säulen, diese 
beiden Grundrisse des obern Theils einer Langwand als möglich: 
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YVenn jedoch, was auch möglich ist, die obere Säulenstellnng der Seiten- 
Wände doppelt so eng war wie die untere, so dass nicht nur über den Halb- 
säulen, sondern auch über ihren Intercolumnien Säulen oder Halb- oder
        

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