Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872957
tiHentlichen Gebäude. 
Die 
Die Basilika. 
145 
gesperrt, der zum Unterraum (den sie sonst verdeckten) eröffnet wurde. 
Wann dies geschah, ob wenn der Richter mit seinem Personal oben war, 
ob nur dann, wenn das Tribunal nicht benutzt wurde, das können wir nicht 
wissen. 
Eine weitere Frage ist die nach der Bestimmung jenes Kellergelasses 
(Durchschnitt Fig. 83), welches durch zwei Thüren zugänglich, durch zwei 
kleine Fenster (a) in der Rückseite erleuchtet, und durch zwei runde Öffnungen 
b in der Wölbung mit dem Tribunal in Verbindung gesetzt ist. Ein Gefangniss 
kann es schon deshalb nicht sein, weil seine beiden Eingänge offenbar un- 
verschließbar, ohne Thiirflügel waren; nur die Thüren oberhalb der Treppe 
(bei  konnten geschlossen werden, doch finden wir auch hier nur Spuren 
von Angeln, nicht von Riegeln, so dass der Verschluss wohl nicht sehr fest 
war. Es mag gedient haben, um jene hölzernen Treppen und anderes Geräth 
aufzubewahren; vielleicht hatte hier auch ein Sclave seinen Platz, welcher 
solches Geräth (z. B. Schreibmaterial) auf Verlangen durch die beiden Öff- 
nungen hinaufreichen konnte. Dieser war, wenn die Treppen an ihrem Platze 
standen, eingesperrt; doch dem war in späterer Zeit abgeholfen; denn die 
südliche der beiden Thiiren des Tribunals ist nachträglich, wir Wissen nicht 
wann, vermauert und dann natürlich auch die entsprechende Treppe nicht 
mehr benutzt worden 66). 
Der Haupteingang in die von 1806 an ausgegrabene Basilika ist vom 
Forum aus, durch fünf weite Thorwege zwischen sechs aus Tuffquadern auf- 
gesetzten Pfeilern. Letztere haben den Schwellen zugewandte ziemlich tiefe 
Falze (auf unserm Plan Fig. 82 angedeutet), welche wohl sicher für Holzein- 
sätze bestimmt waren, an denen ein gitterartiger Verschluss befestigt war. 
Die genauere Beschaffenheit des letztern können wir nicht errathen: ein vier- 
eckiges Loch (0,1 x 0,06  in der Mitte der Schwelle diente zu seiner wei- 
tern Befestigung; mit zwei Eisenklammern wurden die Holzeinsätze an der 
Schwelle festgehalten.  Zuerst gelangt man in eine zur Herstellung der 
Rechtwinkligkeit des ganzen Baues gegen das Forum um ein geringes 
schiefwinklige offene Vorhalle, ein Chalcidicum (s. oben S. 131). Gegen das 
Innere öffnen sich wieder fünf Thorwege zwischen zwei Eckpfeilern, zwei 
an Pfeilern angelehnten und zwei freien Säulen in der Mitte (unsere Abbil- 
dung Fig. 81 ist in diesem Punkte nicht genau); über vier Lavastufen be- 
trat man die eigentliche Basilika, in welche auch noch zwei Seiteneins 
gänge in den Langwänden führen. Diese bestätigen das von uns über den 
Verschluss des Haupteingangs Vermuthete. Wir finden nämlich in ihren 
Schwellen wohl Löcher für die Holzverkleidungen (antepagmezzta) der Thür- 
pfosten und für zwei Riegel, aber keine Spur von Angeln (die antiken 
'I'hüren drehten sich um Zapfen, die in Schwelle und Sturz eingriffen) ; es 
scheint also, dass auch hier der Verschluss durch leichte, an den Antepagmenta 
hangende Gitterthüren bewirkt wurde. Da in der Basilika keine Werth- 
gegenstande aufbewahrt wurden, sie vielmehr nur eine Erweiterung des 
Forums war, so mochte ein festerer Verschluss nicht nöthig erscheinen.  
Eine um alle vier Seiten umlaufende Reihe von 28 starken und hohen 
Ov erbeck, Pompeji.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.