Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872913
Die öffentlichen Gebäude. 
Die s. 
drei Curien oder Tribunalien. 
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weise überdeckenden Strehebogen wird bewirkt, dass die beiden Mauern sich 
gegenseitig stützen. 
Der Fußboden des mittlern Gebäudes liegt um 0,70 M. höher als der der 
beiden anderen. Die 3,20 M. breite Thiir ist nicht von vorn zugänglich, son- 
dern von beiden Seiten über eine Freitreppe von 1,18 M. Breite, so dass mit 
Bequemlichkeit nur eine Person zur Zeit hinaufsteigen konnte: also ein vor- 
nehmer, aber nicht auf starken Verkehr berechneter Zugang. Die Schwelle 
fehlt, so dass uns die Art des Verschlusses unbekannt ist. Das Innere wird 
beherrscht durch die ungewöhnlich große Aedicula an der Hinterwand. Sie 
besteht aus einer etwa 3,75 M. breiten Nische, deren ganze Breite durch das 
1 M. hohe Podium für eine oder mehre Statuen eingenommen wird. Diese 
Nische ist 2 M. vom Boden entfernt; unter ihr springt eine eben so hohe, 5 M. 
(ohne die Marmorbekleidu11g) breite Basis um 1,78 M. vor die Rückwand vor. 
Ohne Zweifel haben wir hier dieselbe Anordnung, welche wir oben (S. 129) 
in dem  g. Senaeulum fanden, dass nämlich auf der Basis zwei Säulen 
standen, welche die Vorhalle der Aedicula trugen: es ist wahrscheinlich, dass 
hierher zwei Säulenbasen von 0,83 M. im Quadrat gehören, welche in dem 
dritten Saal liegen, dort aber nicht verwandt sein konnten. Bei dieser A114 
nahrne ist nicht ausgeschlossen, dass auf eben jener Basis, in der Vorhalle der 
Aedicula, zu den Füßen der auf dem hintern Podium stehenden Statuen, ein 
Magistrat, etwa der Vorsitzende einer hier tagenden Versalnmlung, seinen Sitz 
hatte;  die ungewöhnliche Größe der "Basis scheint darauf zu deuten, dass 
sie auch einem praktischen Zweck diente. Dass aber in der That Säulen vor 
der Aedicula standen, wird bestätigt durch die Art, wie die Seitenwände be- 
handelt waren. Dieselben sind nämlich bis zur Höhe von 1,60 M. durch eine 
0,43 M. starke Anmauerung aus Ziegeln verstärkt, aus der wieder je sechs 
basenartige Vorsprünge, breit 0,58 M., und je zwei halb so breite in den Ecken 
um 0,295 M. vertreten. Am Fuß dieser Anmauerung lief eine niedrige Stufe, 
die auf der linken Seite von 0,48 M. später auf 0,59 M. verbreitert wurde, 
rechts etwa 0,80 M. breit war. Für diese ganze Vorrichtung lässt sich keine 
bessere Bestimmung denken, als dass jene Vorsprünge Säulen trugen, welche 
vor der Wand standen, und die vier halb so breiten in den Ecken je eine Halb- 
säule oder einen Pilaster, durch welche die Säulenreihe abgeschlossen wurde. 
Bei der bedeutenden Höhe der Mauern ist vielleicht noch eine zweite, obere 
Säulenstellung anzunehmen: es war also dieser Raum ungemein reich und 
prachtvoll decorirt. Er ist 14,46 M. tief, 9,50 M. breit.  Geringe Reste des 
Marmorfußbodens sind bei x erhalten ; die Entfernung, in welcher er von der 
Wand bleibt, beweist, dass auch diese mit Marmor getäfelt war. 
Für den dritten Saal ist es charakteristisch, dass der Raum vor ihm nicht 
abgesperrt werden konnte, und dass sein vorderster Theil (2,36  im Niveau 
der Forumsporticus liegt; dann erst steigt man über zwei Stufen hinauf; doch 
war auch an den Seiten dieses vordem Raumes der "Boden erhöht. In einer 
flachen Apsis an der Rückwand und in den Seitenwänden sind sieben Nischen 
für Statuen angebracht. Der Marmorfußboden des niedrigern Theils ist grau, 
der des höhern aus Cipollin, nur am Rande weiß. Der Saal ohne die Apsis 
ist 14,99 M. tief, 10,05 M. breit, der Eingang 3,84 M. weit.
        

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