Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872858
Die öffentlichen Gebäude. 
Das Gebäude der Eumachia. 
135 
links auf die YVand eine blinde Thiir l', gelb, also in Holzfarbe, gemalt, welche 
uns in Verbindung mit den neuerdings gewonnenen Gypsabgiissen des ver- 
kohlten Holzwerkes bei der Reconstruction der Producte des pompejanischen 
Zimmerergewerkes wesentliche Dienste zu leisten im Stande ist. Sie ist drei- 
iliigelig, eine Art von Thiiren, Welche öfter auf pompejanischen Wänden durch 
Malerei dargestellt ist und den V ortheil hatte, dass die Flügel, wenn sie ge- 
öffnet waren, wenig Platz einnahmen, und dass man den mittlern Fliigel 
öffnen konnte, während die beiden anderen mit ihren Riegeln befestigt blieben. 
ln der Mitte ist der kleine Ring zum Anziehn nicht vergessen. 
Die im dritten Decorationsstil gehaltene Malerei der Wände war, wie aus 
den geringen Resten hervorgeht, ziemlich einfach: die abwechselnd gelben 
und rothen WVandfelder der (lrypta enthielten in der Mitte je ein kleines, meist 
landschaftliches Bild; auf dem schwarzen Sockel sind Pflanzen dargestellt. Die 
Wände der Porticus waren am Sockel mit zum Theil noch erhaltenen bunten 
Marmortafeln bekleidet; die fehlenden sind wahrscheinlich von den Pompeja- 
nern bald nach der Verschiittung oder im Laufe der auf diese folgenden Jahr- 
hunderte ausgegraben und dabei denn auch wohl die korinthischen Marmor- 
särllen der Portieus entfernt worden, von denen man nur einzelne Reste an 
Ort und Stelle gefunden hat. l)ie Hauptthiir hatte eine schöne Einfassung 
von Marmor in geistreicher Arabeskenmanier, von der noch unten die Rede 
sein wird, ebenso wie von dem Giebel der Nische, bei dem die Geschmack- 
losigkeit von Kragsteinen unter der Giebelschräge hervorgehoben werden muss. 
Die äußere Mauer nach der Abbondanzastraße zu ist durch flache Pfeiler 
in eine Reihe von Feldern zerlegt, die wie die gleichen im Augustustempel 
abwechselnd flachdreieckig und flachgewölbt gekrönt sind. Diese Mauerfelder 
dienten als Album (s. Fig. 78), und es sind auf ihnen viele interessante 
n  
Mumnwnxllllglßhmmlwnnauuml 
Inschriften gefunden worden, welche mit anderen später zu besprechen sein 
werden. 
Es ist von Nissen mit Recht hervorgehoben werden, dass die Weihung 
seitens einer Mutter mit ihrem Sohne an die Coneordia Augusta und Pietas 
nicht wohl etwas anderes bedeuten kann, als eine Huldigung an die Kaiserin- 
mutter und den regierenden Kaiser. Da. nun dies Gebäude im dritten Deco-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.