Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872828
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Drittes Capitel. 
gehalten werden. Unter dieser Voraussetzung erklären sich die Einzelheiten 
ziemlich genügend. 
Die großoe Vorhalle A von 39,50 M. Breite und 12,50 M. Tiefe mag für 
Besprechungen der Handelsleute bestimmt gewesen sein. Sie scheint nach 
den Seiten hin durch Gitterthüren verschließbar gewesen zu sein, welche 
freilich mit Sicherheit nur nach der Seite der Straße hin nachweisbar sind. 
Hier steht in der Mitte eine aus der Zeit des Gebäudes stammende Säule auf 
einer Base hinter einer alten aus samnitiseher Zeit, und in den erhaltenen 
Marmorplatten des Fußbodens sieht man die Zapfenlöcher für zwei zweitlii- 
gelige Gitterthüren. Nach der Seite des Augustustempels hin sind keine 
Spuren einer ähnlichen Vergitterung erhalten. In den durch eine kleine 
Treppe a' und zwei Thiiren betretbaren Nischen a u mit einem 1,36 M. über 
Fig- 
Plan des Gebäudes der Eumachia 
(Norden unten) 
dem Boden erhöhten Podium und einem noch erhaltenen Rest von Marmor- 
bekleidung vermuthet man den Platz für Ausrufer von Bekanntmachungen 
oder auch bei Auctionen, was freilich nicht zu erweisen, jedoch nicht unwahr- 
scheinlich ist. Die kleinen Nischen b in der Hinterwand dieser Halle sind für 
Statuen bestimmt gewesen : links vom Eingang standen Aeneas und Romulus, 
rechts ohne Zweifel Caesar und Augustus; die Inschriften zu den Statuen der 
beiden ersteren, mit kurzer Angabe ihrer Thaten, befinden sich im National- 
museum zu Neapel, an Ort und Stelle sind Copien angebracht.  Schwierig 
ist die Frageunach der Bedachung dieser Vorhalle. Mit der für Portiken ge- 
wöhnlichen Uberdeckung durch schräge Latten kam man hier nicht aus; die 
Absicht, eine zweite Säulenreihe anzubringen, scheint durch die am Fuße der 
einzigen Säule der Südseite stehende, der Vorhalle selbst zugewandte Statuen- 
basis ausgeschlossen; auch müssten, bei demStadium, in welchem sich die 
Arbeiten befanden, die Fundamente sichtbar sein. So musste man also wohl 
beabsichtigen, hier einen vollständigen Dachstuhl zu construiren 59). 
Durch die doppelte Riickmauer der Vorhalle hat man den schiefen Winkel, 
welchen das Gebäude mit dem Forum bildet, ausgeglichen. Von den so ent-
        

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