Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872736
Die öffentlichen Gebäude. 
Das Macellum 
Pantheon) 
123 
In der Mitte jeder der vier Seiten bildet ein über die Rinne gelegter Tra- 
vertinstein einen schmalen Zugang zu dem 16x 25 M. großen mittlern Hof- 
raum, von dessen gut gearbeitetem terrassirten Fußboden, bestehend aus in 
Stuck gelegten Stückchen weißen Marmors, nur wenig erhalten ist. Hier 
erheben sich auf einer zwölfeckigen, etwas erhöhten Fläche von 12,50 M- 
Durchmesser zwölf in ganz zerstörtem Zustande gefundene, jetzt restaurirteh 
und mit modernem Stuck überzogene basenartige viereckige Aufmauerungen, 
welche zu der populären Benennung des Gebäudes als Pantheon Anlass ge- 
geben haben, indem man sich auf ihnen die Statuen der zwölf Götter errichtet 
dachte. Neuerdings hat Nissen vermuthet, dass es vielmehr Altäre der zwölf 
Götter waren, denen zu Ehren hier nach seiner Meinung geschlachtet wurde. 
Eine andere Ansicht ist die, dass diese zwölf vermuthlich mit Marmor beklei- 
deten Aufmauerungen einen mit einer leichten Kuppel gedeckten Säulenbau 
trugen, dessen Verschwinden uns weiter nicht wundern dürfte. Letztere An- 
nahme wird sich uns weiterhin aus allgemeinen Gründen als wahrscheinlich 
ergeben, und es spricht für sie der bemerkenswerthe Umstand, dass die frag- 
lichen Aufmauerungen auf einem gemeinsamen, fortlaufenden, zwölfeckigen 
Fundament stehen: ein Verfahren, welches bei Säulenbauten stets beobachtet 
wurde und nöthig war um ungleichmäßige Senkungen zu vermeiden, nicht 
aber bei Reihen von Statuenbasen, wie wir sie mehrfach auf der Ostseite 
des Forums finden. Gleich außerhalb der Basen finden sich Reste einer 
ebenfalls zwölfeckigen, mindestens 0,44 M. dicken, aus ziemlich großen Kalk- 
steinen gut gefügten Mauer. Dieselbe muss schon im Alterthum entfernt 
worden sein: nur auf der Westseite finden sich diese Reste auf einer zusam- 
menhangenden Strecke, doch befinden sich auch im Osten einzelne Steine genau 
an ihrem Platze. Es liegt nahe, hier einen Rest eines altern, geschlossenen 
Gebäudes zu erkennen, welches später durch den Säulenbau ersetzt wurde. 
In der Mitte fand man ein marmorbekleidetes Brunnenbassin, welches jetzt 
nicht mehr sichtbar, aber auf den Plänen F iorellfs und Niccolinfs sowie 
auch auf dem unsrigen verzeichnet ist; das dahin führende Leitungsrohr ist in 
der Senkgrube e' gesehen worden. Ebenda sollen auch Fischgräten gefunden 
worden sein 53). Rechts, dem Eingang b gegenüber, lehnen sich elf kleine 
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(Iellenj von 2,7 5 x 3,12 M. an die Mauer des Gebäudes 54). Die beiden Abbil- 
dungen Fig. 7 2 zeigen deren Hinter- und Seitenwand; man bemerkt den nach
        

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