Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872698
Die ölfentlichen Gebäude. 
Der Tempel des Genius des Augustus. 
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auf den unbedeckten Hof F, in dessen Mitte der schon erwähnte, wohlerhal- 
tene Marmoraltar mit seinem reichlichen Reliefschmuck sich befindet. Unter 
diesem nimmt die Darstellung der Vorderseite (Fig. 68), das Stieropfer, auch 
abgesehn von seinem Gegenstand, als eines der früheren Reliefe mit maleri- 
scher Anordnung der Figuren in verschiedenen Plänen (Vorder- und Hinter- 
grund) ein besonderes Interesse in Anspruch. Zu unserer Abbildung der 
halben Rückseite (F ig. 69 in der Mitte) ist noch zu bemerken, dass die Volute 
oben in YVahrheit nicht von der Rückseite, sondern von den Schmalseiten in 
dieser WVeise sichtbar ist. 
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Wtlmüwültttllüänlllwälhlllliüüßtlliilwiüüuüi!ßiHlvhüiüllllüiliiillikäßßßllliäiiishalßlßäßilßlßi 
Fig- 
Altar. 
(Rückseite und Nebenseitm 
Im Hintergrunde des Tempelhofs liegt die Cella II auf einem breit vor- 
liegenden Unterbau G, auf den zu beiden Seiten von hinten Treppen g g 
führen. Dies, die Platform vor dem Pronaos und die Lage der 'l'reppen, 
ist die bemerkenswertheste Eigenthiimliehkeit in der Anlage dieses Tem- 
pels. Dass derselbe eine von vier Säulen getragene Vorhalle hatte (so hat 
ihn Mazois restaurirt), muss Wohl aus dem besprochenen Relief geschlossen 
werden. Denn an Halbsänlen zu denken, erlaubt Weder das Relief, wo Vor- 
hänge zwischen den Säulen hängen, noch die Form des Tempels, mit einer 
kleinen Ante an jedem Ende der Front, wie auf unserer Abbildung ersichtlich. 
[n isehn wir die Basis fiir das Tempelbild. Mit Geschick hat der Architekt 
die Schiefheit der Grundfläche seines Gebäudes auszugleichen und zu verber- 
gen verstanden, dagegen hat er in der Decoration der Umfassungsmauern des 
Hofes durch abwechselnd mit flachen Giebeln und fiachen WVölbungen ab- 
geschlossene Mauerfelder (s. die Ansicht) wenig Geschmack bewiesen, obgleich 
wir diese Art von Omamentirung in Pompeji noch einige Male und an vielen 
modernen Häuserfacaden wiederzufinden Gelegenheit haben. Unerwähnt soll 
schließlich nicht bleiben, dass der Tempelhof, wie die Ansieht zeigt, neuer- 
dings zur Aufbewahrung von mancherlei Fundstücken der Ausgrabungen, 
namentlich Architekturtheileil, benutzt und daher verschlossen gehalten wird 51) 
        

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