Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872532
Die öffentlichen Gebäude. 
Der Tempel der Isis. 
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Stuccoüberzug cannellirte Säulen gebildet wird. Rechts und links neben dem 
Eingang in die Cella sehn wir eine Nische für ein Wleihebild, d d, außerhalb 
der Ante angebaut; hinter dem linken Anbau sehn wir eine Nebentreppe e', 
über welche die Priester durch den Seiteneingang e den Tempel betraten. Im 
Hintergründe der Cella E findet man das über die ganze Breite derselben 
reichende Postament der Statue ganz ähnlich behandelt wie dasjenige im 
Juppitertempel, nämlich als einen Hohlraum; derselbe hat hier, von nur ge- 
ringer Höhe, gewölbt und mit zwei niedrigen (lffnungen nach vorn versehn, 
wohl unzweifelhaft als Aufbewahrungsort heiliger Geräthschafterl gedient, wäh- 
rend das auf dem Postament erhaltene, nicht in der Mitte stehende Piedestal 
(die Ausgrabungsberichte Wissen von zwei Piedestalen) dasselbe als Basis 
für mindestens zwei Tempelbilder charakterisirt." Dass _dies Postament als 
Apparat des Priestertruges gebraucht worden wäre, indem sich derjenige 
in ihm verbarg, welcher im Namen der Gottheit Orakel verkündigte, ist 
schon der Niedrigkeit Wegen und deshalb ganz unwahrscheinlich, weil Alles 
so ganz offen vor den Blicken Aller daliegt. Man fand in der Cella keine 
Statue, nur eine Hand aus Marmor; ohne genügenden Grund hat man 
das Tempelbild in einer weiblichen Statue erkennen wollen, welche in dem 
nördlichsten der gewölbten Durchgänge zwischen O und H gefunden wurde. 
An dieser Statue war von Marmor nur der Kopf (mit Haarbüschel über der 
Stirn), die Hände (in der rechten ein Sistrum aus'Bronze) und die vorderen 
Theile der Füße; der übrige Körper, welcher ohne Zweifel durch Gewänder 
verhüllt wurde, bestand aus Holz und zerfiel bei der Auffindung in Staub. 
In der Cella aber fand man zwei verkohlte Holzkisten mit wenigem T empel- 
geräth, darunter eine kleine goldene Schale, zwei bronzene Leuchter und 
ein kleines Götterbild, auch aus Bronze; außerdem lagen in der Cella zwei 
lbdtenköpfe. 
In der Hinterwand der Uella nach außen ist noch eine Nische h, in 
welcher eine von N. Popidius Ampliatus dem Vater geweihte marmorne läac- 
chusstatue (abgeb. Mus. Borb. IX, l l ; Inschrift: rV. Popidizes Ampliatus pater 
phecunia) (sua) stand. Es ist bekannt, dass Osiris als Urbild des läacchus be- 
trachtet wurde. 
Fast alle Räume des Isistempels waren mit jetzt entweder zerstörten oder 
in das Museum von Neapel geschafften Gemälden geschmückt, welche sich auf 
den Mythus der Isis oder auf Aegypten als das Land von dessen iHerkunft be- 
zogen. Von der Decoration des Peribolos giebt Nieeolini auf 'l'af. XI des 
betr. Abschnitts eine Probe: über einem gelben Sockel ist die rothe Haupt- 
fläche durch phantastische Architekturen (gelb) in große Felder getheilt, in 
deren Mitte einzelne Figuren von Isispriestern, Isispriesterinnen und aegypti- 
sehen Gottheiten gemalt waren (Helbig No. 1096, 1097, 1099, 1103); darüber 
ein breiter Fries, welcher auf schwarzem Grunde ein mäanderartig gewundenes 
Pflanzenornament enthält. Die Wände von H zeigten Landschaften aegypti- 
sehen Charakters (No. 1571), ein großes Bild, das Io's Ankunft bei Isis 
(N0. 138) und ein anderes, welches dieselbe Heroine von Arges bewacht dar- 
stellt (No. 135). Weit geringer in der Ausführung waren die Malereien von I; 
hier waren auf weißem Grunde aegyptische Gottheiten, wie es scheint Isis,
        

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