Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872479
Die öffentlichen Gebäude. 
Der Tempel des Apollo 
Venustempel) 
dem Tempel eine Schmalseite zu und trägt auf beiden Langseiten die Inschrift ; 
M- Pvrßius M- f- L- Sextilius L. f. Cn. Oomelius Cn.  A. Oomelius A. f. 
IIII vir. d. d. s. loccm, welche besagt, dass diese vier Quattuorvirn auf Be- 
schluss der Decllrißnen den Altar haben machen lassen, und zwar durch Ver- 
dingung der Arbeit (de decurionum sentevztia faciundam locarunt)  Die Namen 
(Ohne Cognome") und der Umstand, dass die Duumvirn und Aedilen zusammen 
R18 Qußttlwfvirn bezeichnet sind, deuten auf republikanische Zeit. Links 
neben der irreppe sehen wir ein niedriges, von Lavaplatten gebildetßß 
Fechteckv .V011 dem wir nicht wissen, was es getragen haben mag, rechts 
gs. die Ansicht) steht eine uncannellirte Säule aus grauem Marmor mit ioni- 
Sßhem Capitell, welche einst eine Sonnenuhr trug und deren Inschrift (L. Se- 
[mmus L-  Sanrlilianus, M. Heremzius A.  Epidianus duovir. i. d. d. s. 
[Lf- C.) aussagt, dass die genannten Rechtsduumvirn die Säule aus eigenen 
Mitteln haben herstellen lassen: es sind dieselben, welche die Bank mit der 
Sonnenuhr auf dem Forum triangulare (S. 79) stifteten. Rund um den Hof 
lauft eine Regenrinne f, an zehn Stellen durch viereckige Vertiefungen g un- 
terbrochen, in welchen sich die Unreinigkeiten des Wassers niederschlagen 
sollten; dies wurde dann in eine Cisterne abgeführt, aus der man es zur Rei- 
nigung des Tempels schöpfte. Die Regenrinne läuft nicht unmittelbar an den 
Säulen entlang, sondern es ist dazwischen noch eine 0,65 M. breite Tuffstufe 
und noch eine Reihe 0,85 bis 0,93 M. breiter Platten zu ebener Erde einge- 
schoben. Ohne Zweifel schützte ein vorspringendes Dach die auf der Stufe 
an den Säulen stehenden Statuen. Diese standen nämlich am Fuß von sechs 
Säulen, dem Hofe zugewandt. an der dritten und fünften (von Süden) der 
beiden Langseiten, an der zweiten von Westen und der dritten von Osten auf 
der Siidseite; die beiden letzten also standen sym- 
metrisch zum Eingange des T empelhofes, nicht zum M m. 
'I'empel. Von diesen Bildwerken steht nur eines i  
noch an seinem Platz an der fünften Säule der m, W 11,   wlilf 
rechten östlichen) Langseite: es ist die Herme, i)"  ißgßiyi  
welche schon Fig. 51 an ihrer Stelle und die neben-       
stehende, nach einer Photographie gezeichnete Ab-    i)? "i  
bildung (Fig. 53) in etwas größerem Maßstabe in der      
V0rderansicht zeigt. Sie ist ohne Zweifel männlich,    Nil)   min!)Wifiiid) 
mit kurzem Athletenhaar und jugendlich heroischen,  w)    
obwohl sehr milden und fast etwas wehmüthigen  i    Ü f 1  
Ziigen, übrigens von vortrefflicher Arbeit, die einen  ß.) Pjlinll .  
griechischen Meißel verräth. Wen sie vorstellt, i)    1 i") 
crgiebt sich aus einer Stelle des Pausanias, welcher   
uns berichtet, dass im Gymnasium zu Phigalia Her- [im    " 
Illes dargestellt war, in ein Gewand gehüllt und  'Tlliliiiiiiiulwiiiälli"w m) 
unterwärts in einen viereckigen Pfeiler auslaufend.  
Diß Beschreibung passt genau auf unsere Herme; Fig. 53. Herme im Peribolos. 
und da wir nun eine eben solche in der Palaestra 
der Stabianer Thermen finden werden, so kann es nicht zweifelhaft sein, dass 
wir hier eine eigenthümliche Darstellung des Hermes, des Gottesßder Pa-
        

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