Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872388
Drittes Capitel. 
dieselbe in nicht näher bestimmbarer Zeit, spätestens in der ersten Zeit des 
Augustus, erneuerungsbediirftig geworden; denn die erhaltene Decoration 
(Fig. 46) zeigt den zweiten Stil, während der Sockel noch später im dritten 
Stil (also spätestens etwa 50 n. Uhr.) erneuert worden ist. Sie ist erhalten bis 
etwa zur Höhe der untern Säulenstellung: der 
_ Sockel ist schwarz, mit weißen Linien und klei- 
 nen blauen, gelben und rothen Feldern (die den 
 Fugenschnitt andeutenden Linien sind nicht vor- 
 handen); dann folgt ein gelber Streif und dann 
(i, (zweiten Stils) eine Reihe violetter liegender 
Rechtecke. Von den Feldern der Ilauptfläche 
 sind. die großen zinnoberroth mit weißlichem. 
    3; (j  U.  scheinbar proiihrtem, die schmalen gelb mit gru- 
 "I j, M.  i 11 11  nem Rande; der Eierstab 1st gelb, der Mäander 
   ,  3"  i" violett, gelb, grün und weiß. YVeiter die größeren 
 )  jE   Rechtecke grün mit gelbem Rande, die kleinen 
  ( ,i       violett. Der Fries zwischen dem weißlichen Epi- 
;ii U  ,i i styl und Gesims ist violett; oben folgen noch 
   h: J;  liegende Rechtecke (gelb, grün). Auf unserer 
_   i) "i  i)     Figur fehlen die gemalten Consolen, welche, auf 
  W27 Hi)  Vorsprüngen des Epistyls stehend, zum Gesims 
   Mnl7__;  hinaufreichen. 
 Die Säulen sind tief cannellirt und hatten 
        sicher ursprünglich nur einen feinen, sich den 
Fi 46 Formen des Steines genau anschließenden Stuck- 
Wand aus denäzfugpitertempeL ubcrzug; später, vielleicht erst nach der Zeit 
der Decoration zweiten Stils, erhielten sie eine 
dicke, die feinen alten Formen ganz verbergende Stuckumhüllung. Und 
einen ähnlichen Vorgang können wir auf der Außenseite des Tempels beob- 
achten. Die Weiße, durch plastische Arbeit in große Felder getheilte Stuck- 
hülle derselben ist dem spätern Stuck der Säulen gleichartig. Doch sind auf der 
Westseite, namentlich an der Nordwesteeke, Reste eines frühern, sorgfältiger 
bearbeiteten Stucks sichtbar, in welchem namentlich der später ganz formlose 
Karnies des Unterbaues reicher und feiner profilirt war. Diese Reste sind älter 
als die ältesten Theile der hier ansetzenden, das Forum nördlich abschließen- 
den Mauer; und da diese Mauertheile, ihrer Bauart nach und in Anbetracht 
der mehrfachen späteren Veränderungen der ganzen Mauer (s. oben S. 67), 
schwerlich jünger sind als die Deeoration zweiten Stils in der Cella, so folgt, 
dass die erwähnten Stuckreste auch älter sind, als besagte Decoration, und 
unsere Annahme, dass sie nicht die erste war, sondern ihr eine ersten Stils 
vorherging, gewinnt auch von dieser Seite an Wahrscheinlichkeit. 
Die folgenden Abbildungen geben den Tempel nach Mazois" Restauration 
im wahrscheinlichen Aufriss von der Seite, wobei die durchgehende Linie 
Erhaltenes und Ergänztes trennt (s. Fig. 47), und im Längendurehschnitt, 
welcher die doppelte Säulenstellung im Innern zu vergegenwärtigen bestimmt 
ist (s. Fig. 48). In letzterer Abbildung sehn wir zugleich, wie das 3,80 M.
        

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