Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872367
Drittes Capitel. 
gefasst, besteht aus zwei Abtheilungen. Die unterste hat zwei schmale Stufen- 
aufgänge, welche eine breite Platform umschließen. Letztere hat man, unter 
der Voraussetzung, unser Gebäude sei das Senaculum, für die Rednerbühne 
gehalten, von der man zur Volksversammlung sprach, und in der That, da sich 
andere Rostra nicht finden, ist es sehr Wahrscheinlich, dass sie zu diesem 
Zweck benutzt wurde. Ihr eigentlicher und nächster Zweck war aber ohne 
Zweifel, den Opferaltar zu tragen, den an eben dieser Stelle auch der F ortuna- 
tempel hat, und den uns eben hier das mehrfach erwähnte Relief (S. 71) zeigt. 
Mit Unrecht hat man in der auf dem Forum vor der Front liegenden Aufmaue- 
rung den Altar des Tempels erkennen wollen: es ist eine aus später Zeit 
stammende Basis für eine Statue, jünger als das Travertinpflaster des Forums. 
Dagegen muss allerdings erwähnt werden, dass diese Platform nicht alt ist. 
nicht älter als die gleich zu erwähnendcn lreppenwangen; doch hindert uns 
nichts, anzunehmen, dass hier auch schon früher eine ähnliche Anlage bestand. 
Neben diese untere Abtheilung der Treppe wurden später nach Art von 
breiteren Treppenwangen zwei auch auf dem Plan sichtbare Piedestale gebaut, 
welche, wie das erwähnte Relief zeigt, Reiterstatuen trugen. Die zweite Ab- 
theilung der Treppe erstreckt sich mit sieben Stufen durch die ganze Breite 
des Baues. 
Über diese Treppe gelangt man durch die F rontsäulen hindurch in den 
Pronaos oder die Vorhalle des Tempels. Die Pracht dieses Platzes ist fast ganz 
verschwunden; von den zwölf Säulen, welche ihn einst umgaben, sind nur 
Reste übrig geblieben, darunter drei an ihrem Platze stehende Basen; die 
übrigen Trommeln hat man nach der Ausgrabung so vertheilt, dass wenigstens 
die Plätze der Säulen durch sie bezeichnet werden (s. Fig. 29). Nur in der 
Phantasie können wir diese unten l M. dicken, aus 'l'uff gearbeiteten und 
mit weißem Stuck bekleideten korinthischen Säulen etwa 12 M. emporscbießen 
lassen  Fig. 47 und A18) und nur in der Phantasie sehn wir die von ihnen 
getragene leichte und farbig strahlende Decke über unseren IIäuptern 
sclnveben.
        

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