Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872338
Die öffentlichen Gebäude. 
auf dem Forum triangulare. 
Der Tempel 
ist daher auf der Frontseite eine Treppe von neun Stufen angebracht. Am 
Fuße dieser Treppe steht vor dem Tempel ein räthselhaftes Monument: eine 
niedrige Umfassungslnauer, innerhalb deren eine kleinere Fläche, in der Weise 
Wiees der Plan  auf Fig. 32) zeigt, durch eine zweite niedrige Mauer abge- 
theilt ist. Man hat hier einen Verschluss für Opferthiere vor dem Opfer, andere 
einen Aufbewahrungsort für die Asche der Opfer erkennen wollen. Auch hat 
man vermuthet, es sei eine Umfassung des Brandaltars, nach Art der Ustrinen 
bei Grabstätten. In der That ist es schwer zu glauben, dass an dieser Stelle 
etwas anderes als der Hauptaltar gewesen sein sollte; aber die eigenthiimliche 
Form dieser Umfriedigung wird auch so nicht erklärt, und vor allem findet 
sich von dem Altar keine Spur. Neuerdings hat Nissen (Pomp. Studien S. 340) 
hier den Begräbnissplatz der Priesterinnen der Stadtgöttin erkennen wollen. 
Wir bescheiden uns lieber, hier ein ungelöstes Räthsel zu sehen, indem wir 
nur noch bemerken, dass dies Monument frühestens der Zeit des Augustus 
angehören kann, und vermuthlich jünger ist, als der Neiibau des Tempels 36). 
Neben dieser Umfriedigung stehen drei Altäre  weiter vorwärts bei 4 
die auf Fig. 43 abgebildete Ruine eines nach der oskischen Inschrift des Epi- 
styls vom Meddix tuticus Numerius Trebius erbauten Gebäudes. Auf einem 
kreisförmigen Unterbau von 3,70 M. Durchmesser stehen acht dorische Säulen, 
welche das Gebälk mit der erwähnten Inschrift trugen. Letzteres (Fig. 43 das 
Stück rechts, und Fig. 44) war offen- 
bar zur Aufnahme weitern Gebälkes ,  
oder eines Daches hergerichtet. Dieser  
kleine Rundbau ist ein Brunnenhaus. ffä 
Er umschließt nichts anderes als eine W 4' 
Ü, 78 M. in derHöhe, 0,65 M. im Durch- 
messer (im Lichten) messende Brun-  
nenmündung aus Tuff, von der in    
Pompeji gewöhnlichen (zylindrischen Fig. 44. Geison (S1ms) des Brunnenhauses. 
Form, auf einem aus mehren Quadern 
bestehenden viereckigen Unterbau. Merkwürdig ist es, dass sich keine deutliche 
Spuren von Ausschleifung durch die Seile der Schöpfeirner zeigen, und man hat
        

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