Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872250
Die öffentlichen Gebäude. 
Tempel und Capellen. 
künste den innern Schmuck des Tempels in demselben Maße überwiegt, wie 
umgekehrt bei der christlichen Kirche das Innere über das Äußere. 
Es ist nicht dieses Ortes, auf die verschiedenen Formen und auf die all- 
mählichen Erweiterungen des Tempelbaues in nähere Erörterungen einzugehn ; 
vielmehr wird nur das hervorzuheben sein, was zum Verständniss der dem- 
näehst im Einzelnen zu durchmusternden pompejanischen Ruinen nothwendig 
erscheint. 
Demgemäß sei in Beziehung auf die griechische Tbmpelanlage erwähnt, 
dass der einfachen Cella, welche den ursprünglichen Kern bildet und Welche 
Fig- 
7 
 
J 
Uella, b Cultusbild, c Räuchetaltar. 
nichts enthielt, als das Cultusbild und den Speiseopfertisch oder den Räucher- 
altar, zuerst eine offene Vorhalle (Pronaos) vorgelegt wurde, welche durch die 
verlängerten und mit einem Stirnpfeiler (Ante, Parastas) abgeschlossenen Sei- 
tenwände und zwei zwischen den Anten stehende Säulen gebildet wird, wie 
Fig" 
34 zeigt 
Fig. 34. 
d 
m5: m i 
o 
z! 
a Cella. (Naos), b Vorhaus (Pronaos), c Säulen. d Auteu. 
S0 entsteht (las tenzplum in antis. Der Vorhalle folgt dann, um die hintere 
Fagade des 'l'en1pels ähnlich zu gestalten, eine entsprechende Hinterhalle 
(Opisthodom, e), d 
Fig.35. "ja: wir äef 
I! 
welche wie der Pronaos hauptsächlich zur Aufstellung von Weihgeschenken 
diente und durch diese ihren bedeutsamen Schmuck erhielt. Die Cella selbst 
aber wurde durch die Aufnahme des Cultusbildes ein geheiligter Raum, der 
nur von demjenigen betreten werden durfte, der sich einer symbolischen 
Reinigung durch Besprengung mit dem ähnlich wie in der katholischen Kirche 
vor dem Eingang aufgestellten Weihwasser, fließendem Quell- oder Salzwasser 
unterzogen hatte. Der Antentempel erweitert sich auf der nächsten Entwicke- 
lungsstufe durch eine vor die Flucht der Anten gestellte, freistehende Säulen- 
reihe unter Beibehaltung oder Unterdrückung der zwischen den Anten stehen- 
den Säulen zum nProstylosa 
U 
Fig. 36. 3:2 1 l 
Q 
und durch die NViederholung dieser offenen Säulenhalle auch an der Hinter- 
"seite zum nAmphiprostylosa, während durch die Herumführung der Säulen- 
halle rings um die ganze Cella die Form de_s nPeriptei-osa 
Overbeuk, Pompeji. 4. Aufl. Ö
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.