Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872214
Die Straßen und Plätze Pompej is. 
Das Forum triangulare. 
Durchaus der von hier aus wahrhaft köstlichen Aussicht zu Liebe ist 
dagegen ein von zwei geflügelten Löwentatzen eingefasster halbrunder Sitz 
(sclzola, 6) an der nordwestlichen Ecke des Tempels erbaut. Er tragt auf seiner 
Lehne eine Sonnenuhr (horologium), von der weiterhin die Rede sein soll, und 
in die Lehne eingelassen eine Travertinplatte mit einer Inschrift (I. R. N. 
2227 ; U. I. L. X, 831), welche besagt, dass zwei Rechtsduumvirn, L. Sepu- 
nius Sandilianus, M. Hcrennius Epidianus (nach der Schrift etwa um die Zeit 
des Augustus) den Sitz und die Sonnenuhr auf eigene Kosten machen ließen. 
Zwei ganz ähnliche Sitze Enden sich an der Graberstraße wieder, und ein 
dritter, erst halb ausgegrabenen kommt vor dem Stabianer Thor zum Vorschein. 
Von einer Schranke, welche von diesem Sitze gegen die vordere Ecke des 
Tbrnpelfundaments lief, ist nur der Ansatz an dem Sitze erhalten. 
An der Saulenhalle entlang linden sich mehre Cisternen zur Aufbewah- 
rung des Regenwassers, während eine größere Rinne in der Mauer des kürzern 
Schenkels 7) das überflüssige Wasser aufzunehmen und abüießen zu lassen 
bestimmt war. Die Säule x dem Eingang gegenüber ist von einer Brunnen- 
röhre durchbohrt, wie eine ähnliche den Brunnen an der Vorhalle dieses 
Platzes speiste; das Wasser fiel in eine Marmorschale, deren cannellirter 
Fuß noch am Platze steht; von diesem Brunnen wird weiter unten insbeson- 
dere zu reden sein. Endlich sehn wir an dem Ende der langen Schranke 
dem Eingange gegenüber (8) die Basis einer Ehrenstatue, welche nach ihrer 
Inschrift (I. R. N. 2228; O. I. L. X, 832) dem Patron der Colonie M. Claudius 
Marcellus, wahrscheinlich dem Neffen und Schwiegersohn des Augustus (starb 
23 v. Chr), gewidmet war. 
Über den nördlich vom Amphitheater belegeneir, Forum boarium, Ochsen- 
oder Viehmarkt benannten, wieder verschütteten Platz ist so wenig Einzelnes 
bekannt, dass derselbe nach dieser Erwähnung mit Stillschweigen übergangen 
werden kann. 
XVir wenden deshalb unsere Aufmerksamkeit den einzelnen öffentlichen 
Gebäuden Pompejis zu und beginnen mit den Tempeln, welche in mannig- 
fachem Betracht ein iiherwiegendes Interesse in Anspruch nehmen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.