Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872198
Die Straßen und Plätze Pompejis. 
Das Forum triangulare. 
kleine Treppen eineltSeitS in die Gladiatorenkaserne, andererseits in den Raum 
hinter der Bühne. Es ist nun aber neuerdings in unzweifelhafter Weise nach- 
gewiesen worden, dass dies nicht immer so war, dass an der Stelle der aus der 
nördlichen Porticus der Gladiatorenkaserne zugänglichen Kammern einst ein 
zweiter, auf den Platz hinter der Bühne geöffneter Säulengang lag. Ob der- 
selbe von der nördlichen Halle der Gladiatorenkaserne durch eine Mauer, oder 
nur durch eine Säulenreihe getrennt war, lässt sich nicht entscheiden. Wie 
dem aber auch sei, er bildete die directe Fortsetzung der Treppe, und es ist 
klar (am besten sichtbar auf dem weiterhin zu gebenden Plan des großen Thea- 
ters), dass man von ihm aus, links umbiegend, unter einer weitem Säulen- 
halle (die ohne Zweifel auch schon vor dem Bau des kleinern Theaters vor- 
handen war) theils auf die Bühne, theils durch den östlichen Seiteneingang 
(Parodos, 7 auf dem Plan des Theaters) in die Orchestra gelangte. Ziehen 
wir nun ferner in Erwägung, dass, wie wir oben (S. 66) sahen, der Straßenzug 
vom Forum bis zu den Propyläen des Forum triangulare im Anschluss an die 
Ausschmückung des Forums in spätoskischer Zeit in seiner Baufiucht sorgfältig 
geregelt und mit Tufffagaden geschmückt, und so die beiden Plätze in Verbin- 
dung gesetzt wurden, so wird uns klar, dass ohne Zweifel bei festlichen Ge- 
legenheiten der Zug der den Spielen Vorsitzenden Behörden und andere feier- 
liche Aufzüge auf diesem Wege sich vom Forum ins Theater bewegten. So 
war also die Vorhalle des Tempelhofes zugleich der Haupteingang des Thea- 
ters. Und dem gemäß entsprechen die beiden (freilich in ihrer jetzigen Gestalt 
aus römischer Zeit stammenden) Thüren der Vorhalle nicht den beiden langen 
Säulengängen, sondern der eine liegt in der Mitte, der andere, und zwar der 
breitere, links, d. h. eben auf der Seite des Theaters. Wir bemerken noch, dass 
man auch noch in römischer Zeit, als das kleine Theater erbaut wurde, auf 
diesem XVege ins Theater zog; denn das kleine Theater wurde so- angelegt, 
dass der westliche Zugang zur Orchestra der Treppe und der sie fortsetzenden 
Säulenhalle gegenüber zu liegen kam 32). 
An dem abgestumpften spitzen Winkel der beiden langen Schenkel des 
Platzes, vor dem aus zwei Thüren bestehenden Haupteingang, liegt eine Säulen- 
halle von sechs ionischen Säulen und zwei an die Anten gelehnten Dreiviertel- 
Säulen, welche zu den besten Monumenten Pompejis gehört. Sie ist neuerdings 
unter Ergänzung der fehlenden Stücke theilweise wieder aufgerichtet worden 
und auf der beigehefteten Ansicht abgebildet. Die Rückwand dieser Vorhalle ist 
weit jünger, als die der samnitischen Zeit angehörige Anlage des Platzes und der 
Vorhalle selbst; sie besteht aus Ziegeln und dürfte der letzten Zeit Pompejis 
nicht fern stehen. Von ihren beiden Thüren entspricht die linke, größere, der 
östlichen Säulenhalle; sie war, wie an der Lavaschwelle kenntlich, durch eine 
Flügelthür verschließbar. Die andere entspricht dem mittlern Intercolum- 
nium der kurzen vordern (Nord-) Halle. Da aber die Travertinschwelle älter 
ist als die Mauer, so erkennen wir deutlich an den für die Holzverkleidung der 
Pfosten (antepagmenta) bestimmten Löchern, dass sie ursprünglich nicht, wie 
jetzt, rechtwinklig durch die Mauer ging, sondern schräg nach links, und 
dass sie so dem Streifen zwischen der Osthalle und der niedrigen Mauer 5 ent- 
sprach. Ferner finden wir in dieser Schwelle wohl Löcher für Riegel, aber
        

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