Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872163
Zweites Capitel. 
derselben ist wohl sehr zweifelhaft. Am Fuß des Abhanges sind antike Stein- 
brüche sichtbar (vgLS. 47). An allen nicht an den Abhang stoßenden Seiten ist 
der Platz von Säulengängen umgehen und von Mauern eingeschlossen, so dass 
Fig. a2. 
Plan des Forum triangulare. 
er nur durch die in diesen Mauern gelassenen Thüren betreten werden konnte. 
In der Mitte liegen die dürftigen Reste eines dorischen Tempels, welcher alle 
anderen Tempel Pompejis an Alter weit überragt. 
Entstehung und Geschichte, Bedeutung und Bestimmung des Platzes wer- 
den uns klar werden, wenn wir seine Beziehung ins Auge fassen einerseits zu 
dem Tempel, andererseits zum Theater. Ohne Zweifel warhier von Alters her 
der geheiligte Platz, das Temenos des Tempels, und ist dies der Ursprung des 
Platzes. Ebenso unzweifelhaft aber hatte derselbe nicht von Anfang an diese 
Größe und seltsame Form. In dieser Form ist er das Resultat der benachbarten 
Anlagen, namentlich des Theaters  und der zu ihm gehörigen, später 
als Gladiatorenkaserne benutzten Porticus (XXVII): er entstand, indem man 
den bei der Einfügung dieser Anlagen in das Straßensystem übrig bleibenden 
Raum künstlerisch gestaltete. Zugleich aber wurde er in directe Beziehung 
zum Theater gesetzt. Von den vier Eingängen, durch welche man zum mitt- 
lern Theil des Zuschauerraumes gelangt, sind zwei, von den beiden, welche 
zum obern Theil führen, ist einer von hier aus zugänglich. Mit einem Theater 
mussten, wie Vitruv (V, 9, 1) vorschreibt, Säulenhallen verbunden sein, um 
bei plötzlich eintretendem Regen dem Publikum Zuflucht zu gewähren: sicher 
sollte diesem Zweck nicht nur die spätere Gladiatorenkaserne, sondern auch 
die Portiken des Forum triangulare dienen. 
Außerdem aber bildete dieses mit seiner Vorhalle den stattlichsten,  den 
einzigen monumentalen, daher sicher den ofiiciellen und festlichen Zugang 
zum Theater. Freilich müssen wir, um dies zu verstehen, auf eine ältere Ge- 
stalt dieser Anlagen zurückgehen. Bei d führt eine (besser auf dem großen 
Plan ersichtliche) breite, monumentale Treppe über den auch hier künstlich steil 
gemachten Abhang hinunter. Ihr unterer Abschluss ist ihrer ganz unwürdig: 
sie endigt vor einer Quermauer, und man gelangt dann seitwärts über zwei
        

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