Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872152
Die Straßen und Plätze Pompejis. 
Das Forum triangulare. 
Westseite gegenüberstehen, und eine große, in der Axe des Forums, gegen- 
über der Abbondanzastraße, der eine ähnliche in dem nördlichen Theil, vor 
dem Juppitertempel, entspricht, vollenden den Schmuck des südlichen Theils 
des Forums. 
Blicken wir nun weiter nach Norden, so zeigt sich uns eine auffallende 
Erscheinung. Auf der westlichen Seite finden wir eine ganze Reihe Basen für 
Reiterstatuen, dazwischen ziemlich genau in der Mitte (das Stück neben dem 
Juppitertempel nicht mit gerechnet) eine größere Basis, auf der mehrere, etwa 
drei, der gewöhnlichen Basen für Reiterstatuen neben einander gestanden zu 
haben scheinen, endlich hinter den Reiterstatuen, auf der der Porticus vor- 
gelegten Stufe, vier Basen für einfache Statuen. Dagegen standen auf der 
Ostseite keine Statuen, und umgekehrt fehlen auf der Westseite die Statuen 
im Innern der Portiken. Es ist also in dieser Beziehung die Anordnung ge- 
macht worden für den Anblick aus dem östlichen Umgange. Wer sich z. B. in 
der Vorhalle des Gebäudes der Eumachia befand, sah zunächst vor sich die 
in dieser Vorhalle selbst an den Säulen stehenden Statuen, weiterhin die der 
Westseite. Dagegen wer unter der gegenüberliegenden, westlichen Porticus 
stand, sah die Statuen dieser Seite von hinten, die der Ostseite gar nicht, da sie 
ihm durch die Säulen verdeckt wurden. Es ist dies dasselbe Verfahren, welches 
in Bezug auf die Schmalseiten befolgt ist, nur dass es uns hier viel natürlicher 
erscheint und nicht auffällt. Der höchste Gott ist gedacht als der ideale Be- 
trachter des Forums: ihm zeigt keine Statue den Rücken, sondern alle sind 
entweder ihm oder der Langenaxe zugewandt; besonders reich aber sind sie 
an der ihm gegenüberliegenden Seite gruppirt. Es ist also die Ausschmückung 
des Forums in gewissem Sinne keine centrale, auf einen in der Mitte stehen- 
den Beschauer berechnete, sondern es ist eine zweiseitige Anordnung befolgt, 
der Art, dass zwei Seiten vorzugsweise als sehend, die beiden anderen als ge- 
sehn behandelt sind. Und zwar müssen wir natürlich die sehenden, die Nord- 
und Ostseite, als die bevorzugten, vornehmeren betrachten. Unter diesem 
Gesichtspunkt wird 11ns die mangelnde Symmetrie der beiden Langseiten we- 
niger auffallend erscheinen. 
Das Forum triangulare. 
Der zweite Hauptplatz der Stadt ist das nach seiner dem Dreieck sich 
nahernden Gestalt so genannte Forum triangulare neben dem großen Theater, 
welches es mit seiner westlichen Langseite begrenzt. Dasselbe liegt am süd- 
westlichen Rande des Stadthiigels, dessen Niveau jedoch hier bereits bedeu- 
tend niedriger ist, als am Forum civile (dieses hat 33,50, jenes nur 26 M. mitt- 
lere Höhe) 31); sein Boden ist jetzt bloße Erde, der Platz aber sorgfältig geebnet. 
Den künstlich steil gemachten Abhang (im S. und SW.) bekleidet eine etwa 
6 M. hohe Futtermauer aus Lava-Incertum, welche hier die Stelle der Stadt- 
mauer vertritt und durch in den letzten Jahren vorgenommene Ausgrabungen 
wieder sichtbar geworden ist. Am Siidende des durch die niedrige Mauer 5 (Fig. 
32) abgetrennten schmalen Streifens war nach Mazois eineibreite, nach Süden 
führende Treppe: jetzt ist aber von derselben nichts zu sehn, und die Existenz
        

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