Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872066
Zweites Capitel. 
jegliche Spur, aus der wir schließen könnten, wie es auf der Ostseite vor den 
Bauten der Kaiserzeit aussah 29). Sicher aber war auf der Nordseite weder eine 
Säulenhalle noch sonst ein Abschluss vorhanden, sondern das Forum zu beiden 
Seiten des Tempels frei auf die dort 
"ä vorüberfiihrende Straße geöffnet. 
T i!   Hingegen musste, wer aus der Ab- 
   1x bondanza- oder der Seestraße den 
  ä  Markt betrat, unter der Säulen- 
illmlililmüilm halle, Welehe hier G111 Weiteres In- 
 tercolummum hatte, durchgehn. 
 Die hinter den Portiken lie- 
_1   genden Gebäude erhielten ver- 
    muthlich alle die damals so belieb- 
li   111 ten Fagaden aus Tuffquadern; die- 
!  I:  K selben sind erhalten an der s. g. 
11  Schule (XX) und an der Baßilika 
 (XVIII), an deutlichen Spuren 
   kenntlich an den massiven7 Pfei- 
lern, welche damals den Hof des 
Venustempels vom Forum trennten, also überall wo nicht neuere Bauten an 
die Stelle der älteren getreten sind. 
Und dieser Schmuck der Tufffacaden wurde, ohne Zweifel durch eine 
Anordnung der Baupolizei, auch auf die größeren der dem Forum benachbarten 
und auf dasselbe mündenden Straßen ausgedehnt, wenngleich es zweifelhaft 
ist, ob er hier je vollständig durchgeführt war. YVir finden sie, zum Theil 
freilich durch spätere Bauten verdrängt, auf der dem Forum zunächst liegenden 
Strecke der nördlich an demselben" vorüberfiihrendeni Straße, an der von hier 
aus schräg auf die Strada delle Terme führenden engen Gasse (Vicolo delle 
T arme), an der ganzen Strada dell" Abbondavaza, und im Anschluss hieran auch 
an der von ihr aus zum Ibrum triangulare führenden Strada dei Teatri und auf 
der zunächst liegenden Strecke der Stabianer Straße, an der das Forum süd- 
lich fortsetzenden Strada (Zelle Scuole, und in einzelnen Resten sogar an den 
engen, später durch die Bauten der Ostseite gesperrten Gassen. YVenn wir 
an der Strada della Marina keine Tufffacaden finden, so liegt das daran, dass 
hier zunächst am Forum die geschlossenen Mauern des Venustempels und der 
Basilika liegen, während die Tuifquadern fast ausschließlich (mit Ausnahme 
eines Hauses an der Mercurstraße, VI, 8, '20-22) da verwandt wurden, wo es 
sich nur um Pfeiler zwischen weiten Thiiröffnungen (wie die Läden an den ge- 
nannten Straßen) handelte. Hier trat die Stuckbekleidung an die Stelle des 
natürlichen Steins ; und zwar war südlich die Außenseite der Basilika so behan- 
delt, dass ein hoher gelber Sockel durch einen etwas vorspringenden violett- 
rothen Gurt begrenzt wurde, oberhalb des letztem aber die Wand einfach 
weiß war. Verrnuthlich war die Umfassungsmauer des Venustempels ähnlich 
decorirt.  
Sicher machte das Forum in dieser Periode, mit seinen schön geformten 
weißen Portiken,  sich von dem dunkeln Tuff kräftig abheben, einen un-
        

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