Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872054
Die Straßen und Plätze Pompejis. 
Das Forum civile. 
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Ohne Zweifel bildeten die Portiken den letzten Abschluss der Neugestal- 
tung des FOIIIIIIS und Sind erst nach den vorhin erwähnten Bauten errichtet 
Wßrdell- 5011011 die lateinische Sprache der Inschrift deutet auf relativ späte 
Zeit. Ferner liegt es in der Natur der Sache, dass man erst die Gebäude 
Vßllelldete, an Welche die Portiken sich anlehnen sollten. Endlich ist deutlich 
Slßhtbälä dass die Treppe, durch Welche man südlich der Basilika auf die Por- 
ticus stieg, an die Basilika angebaut werden ist, als dieselbe schon ganz fertig 
und auch auf der Außenseite mit Stuck bekleidet war 27). 
Die damals erbauten Säulenhallen sind auf der Südseite und im südlich- 
sten Stück der Ostseite theilweise erhalten; auf diesen Strecken, wo die Ge- 
bäude Weiter zurücktreten, stehn die Säulen in doppelter Reihe, und noch 
hinter diesen zwei Reihen stand eine Säule in der Ausmündung der Via 
delle Scuole, und Wahrscheinlich zwei Säulen 'in der Ausmündung der Strarla 
(lel? Aöbondanza; auch die Ausmiindung der Strada della Marina wurde durch 
zwei Säulen bezeichnet. Säulen und Gebälk, dorischer Ordnung, bestehn 
aus dem grauen Tuff von Nocera. Es ist bemerkenswerth, dass die Gebälk- 
stücke nicht von einer Säule zur andern reichen, auch nicht durch Keil- 
schnitt (horizontale Wölbung) verbunden sind. Sondern man legte auf die 
Säulen zunächst eine Holzbohle, welche auf der Innenseite noch durch 
eine auf ihr stehende schmalere, auf die schmale Kante gestellte Bohle 
verstärkt wurde, und stellte auf dieser Unterlage die Gebälkstücke, welche 
für die letztgenannte Bohle eine Einkerbuug haben, neben einander auf. 
Ohne Zweifel waren, dem uns hinlänglich bekannten Geschmack jener 
Zeit entsprechend, die Säulen und ihr Gebälk mit sorgfältig geglättetem 
weißem Stuck bekleidet. Nur die Metopen waren vielleicht dunkelroth. 
Außerdem lernen wir aus Stuckdecorationen in Privathäusern, welche Säulen- 
bauten in Relief nachahmen, dass die das Gebälk 
tragende Bohle gelb gemalt zu sein pflegte: man 
verschmähte es, die unvollkommene Construction  
durch eine gemeinsame Stuckdecke zu verhüllen, zog  
es vielmehr vor, dieselbe, wie sie nun einmal war, "  will  
künstlerisch zu verwerthen.  Eine zweite obere  t   
v Ll-    
Säulenstellung schreibt Vitruv vor; zu ihr führte die  ,   
schon erwähnte Treppe an der Südseite der Basilika  T  11,. 
und eine zweite östlich von dem Gebäude XIX auf    L 
der Südseite (Fig. 25); die in Figur 26 wiedergegebene    
Restauration von Mazois ist uns auch durch einige, liil"    
zwar nur sehr wenig Fragmente des obern Gebälks  Klllllllli  
beglaubigt ( dorische und ionische Ordnung sind  llliililll 
nicht selten in dieser Weise verbunden worden) und   i 
sehr geeignet uns einen Begriff von dem heitern   
und anmuthigen Charakter dieser Hallen zu geben. Fig_25_ Treppe amFomm_ 
Wir dürfen annehmen, dass dieselben das Forum auf 
zwei Seiten und in dem südlichsten Theil der dritten (Ost-)Seite umgaben: 
auf der ganzen Westseite hat man auch bei dem spätern Umbau die Lava- und 
Tuifblöcke, auf denen die Säulen standen, stehni lassen. "Dagegen fehlt m18 
Uverbeck, Pompeji. 4.Aull. 5
        

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