Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1872045
Zweites Capitel. 
N. S. II S. (144 ff.) hat nämlich herausgestellt, dass hier die aus einer ältern 
Zeit stammenden Maßhöhlungen umgewandelt und zwar erweitert Wordgn 
sind (s. Fig. 24)  Diese auf der Mittellinie der Steinplatte angebrachten Maß- 
I. 
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Fig- 
Ansight und Durchschnitt des Maßtischesf 
höhlungen, von denen die 2. und 5. nach Ausweis des größern Loches im 
Boden zum Messen trockener, die 1. 3. und 4. nach Maßgabe des kleinern 
Loches zum Messen von Flüssigkeiten gedient haben, waren mit den Namen 
ihrer Maße in oskischer Schrift bezeichnet, welche bei der Umwandelung und 
Neubenennung der Maße ungiltig wurden und deshalb ausgemeißelt worden 
sind, edoch nicht so, dass es nicht möglich wäre, dieselben mit größerer oder 
geringerer Sicherheit zu entziffern. Am unzweifelhaftesten ist der Name der 
zweiten Höhlung von links her als {X l VIIVX , d. i. das griechische xoIvLE 
(Choinix), zu erkennen, welcher allein schon, noch mehr aber in Verbindung 
mit einigen anderen, auch kaum anfechtbaren Entzifferungen zeigt, dass es 
sich um ein griechisches, von den Samniten Pompejis adoptirtes und mit den 
samnitisch umgemodelten griechischen Namen bezeichnetes Maßsystem han- 
delt, welches dem römischen, unter Augustus im ganzen römischen Reich durch- 
geführten weichen musste. 
Weiter südlich folgte die Basilika, an der Siidostecke das unter dem 
Namen der Schule bekannte Gebäude (XX auf dem Plan)  Wie es damals auf 
der Südseite, wie es auf der Westseite nördlich vom Apollotempel, auf der 
Ostseite von der Strada delll Abbondanza aussah, wissen wir nicht: die hier 
erhaltenen Bauten sind jiingern Ursprunges. Es ist aber wenigstens für die 
erwähnten Theile der Ost- und Westseite nicht unwahrscheinlich, dass hier 
Privathäuser und vor denselben Läden standen, in welchen letzteren nament- 
lich die Geldwechsler ihren Stand haben mochten (tabemae argentariae). 
Läden öffneten sich auch auf die nördlich am Forum entlang führende Straße. 
Damals nun ließ der Quästor Vibius Popidius die das Forum umgebenden 
Säulenhallen erbauen, wie die Inschrift (jetzt in Neapel) besagt: 
VMbius) Popidius Ep jlilizes) (Azmestor) porticus faciendas coeravit.
        

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