Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pompeji in seinen Gebäuden, Alterthümern und Kunstwerken
Person:
Overbeck, Johannes Mau, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870574
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1871975
Die Straßen 
und Plätze Pompej is. 
Haus des Maius Oastricius in dem südwestlichen Eckhaus (Nr. 3 und 2) der 
Insula VII, 15, und das des Maras Spurnins in einem benachbarten Hause 
(NT- 101? der Insula VII, 7 : hier also würde der uns sonst nicht bekannte Im- 
Pßrätür (imbrlr) Vibius Seins sein Ilauptquartier gehabt haben. 
Zweites 
Capitel. 
Die 
Straßen 
und 
Plätze 
Pompejis. 
Die Straßen. 
Die Straßen Pompejis bieten und boten bei weitem nicht den mannich- 
faltigen, lebendigen und freundlichen Anblick wie die einer mittelalterlichen 
oder modernen Stadt mit ihren mehr oder weniger bunten und reichen Faga- 
den; der Gesammteinmlruczk nähert sich viel mehr dem einer orientalischen 
Stadt. Das antike Haus blickt nicht, wie das moderne, auf die Straße hinaus: 
es ist nach innen gewandt und zeigt der Straße den Rücken; durch einen 
innern Hof, nicht von außen. erhalten die wichtigsten Raume Licht und 
Luft. So ist das belebendste Element der modernen Facade, das Fenster, an 
der Straßenseite des antiken Hauses nur schwach vertreten. Nicht als ob es 
ganz an Fenstern fehlte : sie sind vorhanden, namentlich in den oberen Räu- 
men, wo sie vielfach noch erhalten sind. Aber sie sind wenig zahlreich und 
klein, namentlich in den Räumen des Erdgeschosses, wo sie aus begreiflichen 
Gründen so hoch angebracht sind, dass sie wohl zur Erhellung, nicht aber zum 
Hinausschauen dienen konnten. Von künstlerischer Ausbildung des Fen- 
sters und Verwendung desselben zur Belebung der Faqade finden wir keine 
Spur. 
Es zerfallen aber die Straßen Pompejis in zwei bestimmt geschiedene 
Olassen: Verkehrsstraßen und stille Straßen. Zu den ersteren gehören nament- 
lich die beiden großen, die Stadt in grader Linie durchschneidenden Straßen, 
die Nolaner und Stabianer, ferner die das Forum mit der Stabianer verbin- 
dende Abbondanzastraße. Fast nirgends zeigt hier das Erdgeschoss an der 
Straße eine fortlaufende Wand; dicht gereiht liegen hier die weit geöffneten 
Läden, so dass sie fast wie eine Erweiterung der Straße erscheinen. Zu den 
stillen Straßen ohne Läden gehört eine vornehme, die breite, stattliche Mer- 
curstraße, die nördliche Fortsetzung des Forums, an welcher fast nur große 
und reiche Hauser liegen, und die große Menge der übrigen, engeren Straßen. 
Hier wurden die einförmigen Facaden nur durch die Hausthüren und die 
wenigen kleinen Fenster belebt, allenfalls auch noch dadurch, dass das obere 
Geschoss einiger Häuser erkerartig vorsprang.  
Der malerische Schmuck der Außenseite der Häuser ist meist sehr einfach. 
Entweder sind sie ganz weiß, oder es ist zu unterst ein hoher schwärzlicher 
oder dunkelrother Sockel angebracht; selten sind Facaden Wie die eine-q 
Hauses an der Mercurstraße fVI, 9, 6-7 wo über einem lebhaft rothen hohen
        

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