Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868341
Die 
der Japaner. 
Gartenkunst 
83 
welcher das nordwest- Q 
lich von Kioto bele- j  
gene "goldene Haus"   
des dritten der Ash1- auf  
kaga -Shogune um- m  3,1: N  m! All-Jg? l 
giebt. gWllll ll   l 
Felsblöcke spielen   
eine grofse Rolle im   
Garten; ihrer male- Hfil"   
rischen Vertheilung ' Q' 
und Häufung wird ein   
{örmliches Studium ge_ Hausgarten mit Schrittsteinen pgrdäazättirgg.) Links eine einfache Sode-gaki. 
widmet, wozu eigene 
Bücher Anleitung geben. Fehlt es in der Umgegend, wie z. B. in 
Tokio, an für die Gärten geeigneten Steinen, so werden solche aus 
weiter Ferne mit grofsen Kosten herbeigeschaift. Beliebt sind vorzugs- 
weise vom Meer zerfressene Felsen; solche von rother Farbe, die hoch 
bezahlt werden, liefert die Insel Sado an der nordwestlichen Küste 
Japans. 
Bisweilen stellt man auch grofse Blöcke oder Platten grabstein- 
artig auf und meifselt Inschriften hinein, um der Stimmung, Welche der 
Anblick der Umgebung erweckt, poetischen Ausdruck zu geben  
ganz wie bei uns, als die Empfindsamkeit sich des Gartens bemächtigt 
hatte, nur weniger sentenziös aufdringlich. Eine Inschrift, welche Morse 
in einem berühmten Theegarten zu Omori auf einer Steinplatte las, 
besagte, der Anblick der Blüthe der Pflaumbäume mache die Tusche 
im Schreibzimmer fliefsen  was sagen will, dafs dieser Platz zu dich- 
terischen Ergüssen anrege. 
Die Lieblingspflanzen des Japaners, ilfzzme, Sakura, Chry- 
santhemum und Lotos erhalten auch im Hausgarten einen Ehren- 
platz. Daneben werden Iris und die japanische Lilie, Camellien und 
Azaleen viel gezogen und in neuester Zeit auch die Rose, deren Einfüh- 
rung in die Gärten den Europäern zu danken ist. Im Allgemeinen 
aber tritt die Blumenliebhaberei zurück gegen die Lust an absonderlichen 
Pflanzenformen. Haben schon von Natur die Pflanzen Japans im All- 
gemeinen eine auffallende Neigung, panaschirte Blätter zu erzeugen, 
so hat die Kunst des Gärtners ein Uebriges gethan und eine Unzahl 
weifs- und buntgefleckter Spielarten hervorgebracht, von denen viele 
unseren Gärtnern fremd sind. 
Liebhaber-Vereine pflegen Ausstellungen solcher panaschirten 
Pflanzen zu veranstalten, wobei die neuesten und seltsamsten Leistungen 
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