Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868337
und 
Kunst 
in Japan. 
Handwerk 
Ausführliche, mit Entwürfen und Ansichten von Gartenanlagen 
ausgestattete Bücher sind der Theorie und Praxis der Gartenkunst 
gewidmet. Das verbreitetste derselben ist im Jahre 1735 in 3 Bänden 
unter dem Titel Tsukzlyauna-niba  tsukurzlno-den, d. h. "Lehr- 
buch künstlicher Berg- und Garten-Anlagen" von dem Schriftsteller 
Kitamura Yenkin und dem Maler Shige-Yoshi veröffentlicht und 
in unserer Zeit neu aufgelegt worden. Während die Bilder dieses 
Werkes meistens umfangreiche landschaftliche Gartenanlagen von 
grofsem malerischen Reiz darstellen, führt uns die im jahre 1828 von 
Akisato herausgegebene dreibändige Fortsetzung unter dem gleichen 
Titel in die beschränkteren Anlagen des Haus- und Thee-Gartens. 
Letzterem Werke sind die Abbildungen auf den Seiten 81 und 83 ent- 
nommen. 
Selbst in den grofsen Städten, Wo Grund und Boden hohen 
Geldwerth haben, ist kaum ein Haus, das nicht sein wohlgepilegtes 
Gärtchen hätte, an dessen kleiner Landschaft mit ihren wasserumflos- 
senen Felsengruppen und den schönblühenden oder seltsamen Ge- 
wächsen die Bewohner" ihre Augen weiden, wenn sie ausruhen von der 
Arbeit oder dem lärmenden Getreibe des Strafsenlebens. 
Obst- und Gemüsegarten fehlen bei den japanischen Häusern. Der 
gewöhnliche Ziergarten, Niwa, liegt stets dem Wohnzimmer gegenüber. 
Er ist mehr zum Beschauen als zum Aufenthalt im Freien und zum 
Spazieren bestimmt. Doch ist auch hierfür gesorgt; an Stelle der Wege 
ist er häufig mit grofsen unregelmäfsigen Schrittsteinen besäet, wie wir 
sie von den Uebergängen pompejanischer Strafsen kennen. Diese Steine 
gestatten uns auch bei nassem Wetter, uns an den Schildkröten und 
seltsam beflofsten Goldfischen zu freuen, die sich in dem kleinen Teiche 
tummeln, oder an den Salamandern, welche ein bescheideneres Wässer- 
chen beleben, oder trockenen Fufses zu unseren Lieblingspflanzen zu 
gelangen, um ihren wunderlichen lxVuchs, das seltene Farbenspiel ihrer 
Blätter oder ihre prächtigen Blüthen zu bewundern. Wo die Mittel zu 
Weiterem nicht reichen, begnügt man sich auch im engen Hofraum 
mit einem Busche des durch seine schönen rothen Beeren auffallenden 
Nanten-Strauches oder mit einer kleinen Fächerpalme. 
Jene Schrittsteine, Slzzläzldai, sind es, deren Vergleich mit den 
unregelmäfsig im Weltmeer verstreuten grofsen und kleinen Inseln des 
japanischen Reiches dem Lande der aufgehenden Sonne unter seinen 
vielen poetischen Bezeichnungen den Namen Shzkzlskzäna, die den 
Schrittsteinen gleich verstreuten Inseln, eingetragen hat. Vor jahr- 
hunderten schon hat diese Gestalt der japanischen Inselgruppe gar einen 
Gartenkünstler begeistert, sie durch künstliche Inseln und eingelegte 
Felsblöcke in einem künstlichen See des herrlichen Parkes nachzubilden,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.