Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868277
und 
Kunst 
Handwerk 
Japan. 
Durch das Kunz-man betreten wir den letzten, am Abhang sich 
aufwärts erstreckenden Hof, über dessen Tempeldächern eine von wil- 
dem, dunklem Nadelwald überwachsene Felswand aufragt. Die Anlage 
des Heiligthums mit der Gebethalle, aus welcher ein Gang zur Kapelle 
führt, ist durch shintöistischen Brauch beeinflufst. Alles aber prangt 
im vollen Glanze buddhistischer Prachtentfaltung. 
An der Stirnseite der Gebethalle  Hazldeaz  tragen acht Säulen 
das Dach. Von ihren Zwischenräumen sind jederseits zwei mit grofsen, nach 
oben aufschlagenden Klappfenstern geschlossen, deren schwarz gelacktes 
Gitterwerk sich von goldenem Grunde abhebt; die drei mittleren ent- 
halten die F lügelthüren, deren Felder mit grünen, rothblumigen Ranken 
auf goldenem Grunde in schwarzgelackten, ,metallbeschlagenen Rahmen 
geschmückt sind. Ueber den Fenstern sind die langen Ramma 
zwischen den unteren und den oberen Querbalken mit geschnitzten, 
goldgrundigen Fülltafeln ausgesetzt, auf denen über blühenden Pawlonien 
fliegende vielfarbige Folw-Vögel mit nachflatterndem Schwanze die 
ganze Länge der Friese ausfüllen. Eine weitere Gliederung der Stirn- 
seite ist dadurch bewirkt, dafs die beiden mittleren Säulen um die 
Dicke eines Balkens erhöht sind und in Folge davon die Köpfe der 
Balken über den Thüren nicht mit den Köpfen der Balken über den 
Fenstern zusammenstofsen, sondern denselben auflagern. Hierdurch 
rücken die drei ebenfalls mit fliegenden Foho-Vögeln geschmückten 
grofsen Ramma über den Thüren um ein Glied nach oben an die 
Stelle der dort nicht fortgesetzten oberen Querbalken und zugleich 
wird über dem Sturz der Thüren Raum für eine zweite Reihe von 
drei schmäleren, mit kleinen Vögeln über blühenden Sträuchern ge- 
schmückten Friesen gewonnen. Ein schmälerer Balken zieht sich 
ohne Unterbrechung über jenen Balken und Oeffnungen am ganzen 
Gebäude hin als Unterlage für die Consolenwucherungen, die aüf ihm 
oberhalb der Säulen mit einer einzelnen breiten Console ansetzen und 
sich in vier Reihen übereinander erheben, bis ihrer sieben kleinere in" 
einer Reihe neben einander dem eigentlichen Dachbalken ein breites 
Unterlager bieten. Die Vertiefungen zwischen den dunkelen, nach unten 
verjüngten Massen dieser Consolen und dem weit vorragenden Dache 
füllt wieder Schnitzwerk, aus dessen gekräusten Goldwellen grofse 
schwimmende Chrysanthemumblüthen mit ihren natürlichen Farben 
hervorleuchten. 
Im Innern empfängt uns eine 27 Fufs breite und 42 Fufs tiefe Halle, 
an deren dem Eingang entgegengesetztem Ende drei Thüren den zum 
Allerheiligsten führenden Verbindungsgang bezeichnen. Ihr Fufsboden 
ist mit Matten belegt, die Decke durch schwarz gesäumte, auf goldenem 
Grund roth gestreifte Latten in kleine quadratische Felder  acht zu
        

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