Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868167
im 
Baukunst 
Die 
Dienste 
des 
Cultus. 
65 
Kopfe, die andere in der Mitte der längeren Pfosten  verbunden sind. 
Durch Thüren verschlossene Torii sind auch an jeder Längsseite und 
an der Rückseite des zweiten Geheges angebracht, dessen Entfernung 
vom ersten Gehege von 36 Fufs an der Stirn zu 25 Fufs an den 
Seiten und nur 10 Fufs am Rücken des Hofes wechselt. Innerhalb 
des zweiten Hofes erhebt sich zur Rechten des Haupteinganges ein 
Gebäude, welches früher den zu besonderen Feierlichkeiten abgesandten 
Vertretern des Mikado diente. Nahezu hundert Fufs hinter dem Haupt- 
eingang führt ein zweiter überdachter Thorweg in den dritten Hof, 
welcher von einem 8 Fufs hohen Zaun senkrechter, vierkantiger Latten 
umhegt ist. Aus ihm gelangt man durch zwei Thore, zuerst eine 
kleine hölzerne Pforte, dann wieder einen strohgedeckten Thorweg, 
in den vierten und innersten Hof, welcher mit einer Planke aus senk- 
recht gestellten Brettern, deren Kopfenden durch Abfasung ihrer Fugen- 
kanten zahnartig Vorstehen, umzäunt ist. 
An der Rückseite dieses vierten, nahezu quadratischen Hofes 
von 131 zu 134. Fufs Seitenlänge erhebt sich zwischen zwei Schatz- 
häusern das Heiligthum. Ihre Bauart entspricht nach japanischer Auf- 
fassung dem reinsten Shintö-Stil. Die Kapelle  Skoden  mifst bei einer 
Länge von 34 Fufs nur 19 Fufs in der Tiefe; ihre Pfosten sind in den Erd- 
boden gepflanzt; eine 15 Fufs breite Treppe von 9 Stufen führt zu dem 
3 Fufs breiten, von niedriger Brustwehr eingefafsten Umgang empor, 
welcher, von dem weit schattenden Dache überragt, den Bau auf allen 
Seiten in gleicher Höhe mit dem 6 Fufs über dem Erdboden ange- 
brachten bretternen Flur des Innenraumes umgiebt. Die Stufen, die 
Brustwehr und die Thüren sind, was mit dem reinen Shintö-Stil nicht 
zu stimmen scheint, reich mit ehernen Platten belegt und ebenso die 
hoch den First überragende Gabel der Giebelsparren, der in dieser 
liegende äufsere Firstbalken und die Querhölzer auf demselben. 
Aehnlich angelegt, mit gleichen Dächern, doch niedriger und 
kleiner sind die beiden seitlichen Schatzhäuser  Hoden  in denen kost- 
bare alte Seidenstoffe und Sättel und Zaurnzeug für die geweihten Rosse 
bewahrt werden. Andere, gottesdienstlichen Zwecken dienende Gebäude 
stehen in den äufseren Höfen; in der nordwestlichen Ecke des ersten 
Hofes ein besonderes Haus zur Bewahrung der Gohei, und in der nord- 
östlichen ein anderes, in Welchem alltäglich zu gewissen Stunden die 
Speis- und Trankopfer für die Gottheit der Nahrung, der das Geku- 
Heiligthum geweiht, zugleich aber auch für die Sonnengöttin ausgesetzt 
werden, deren Heiligthum, der Nazlezß-Tempel, sich unweit des Geka- 
Tempels in einer entzückenden Landschaft an dem ahornbeschatteten 
Ufer des Isuzu-Flusses erhebt. 
Die Anlagen des Nazku gleichen im Wesentlichen denen des 
BRINCKMANN, Kunst und Handwerk in Japan. 5
        

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