Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868096
Kunst 
und 
Japan. 
Handwerk 
dem wieder erstarkten Brahmanismus und dem jüngerenMuharnedanismus 
völlig verdrängt Wurde, breitete er sich über einen grofsen Theil des 
östlichen Asiens, über Ceylon, Birma und Siam aus. Schon um die 
Mitte des zweiten Jahrhunderts vor Christi Geburt brachten ihn 
buddhistische Hindus, die vor den Brahmanen geflüchtet waren, nach 
China. Aber erst gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christi 
Geburt gelang es dem indischen Patriarchen Dharma, eine buddhistische 
Gemeinschaft in China zu gründen, die zweieinhalb Jahrhunderte im 
Stillen fortbestand und, ohne viel Aufhebens zu machen, in den Um- 
gebungen des Kaisers Anhänger Warb. S0 war der Boden bereitet, 
als im Jahre 313 der Kaiser Ming-ti eine feierliche Gesandtschaft nach 
Indien sandte, um die heiligen Bücher der Buddha-Lehre und ein 
Bildnifs ihres Stifters zu holen. Den Gesandten folgten buddhistische 
Priester und noch Jahrhunderte hindurch vermittelten chinesische 
Pilger, Welche zu den heiligen Stätten der Buddhisten in Indien wall- 
fahrteten, die nähere Bekanntschaft Chinas mit den Lehren und der 
umfangreichen Literatur des Buddhismus. 
Von China aus breitete sich der neue Glaube über die Halbinsel 
Korea aus, WO er zunächst, schon im vierten Jahrhundert, im König- 
reich Hakusai Wurzel fafste. Ein Fürst dieses Landes sandte im Jahre 
552 dem Kaiser von Japan eine Bildsäule des Buddha, Bücher der 
neuen Lehre, Altargeräthe, Priestergewänder und Rosenkränze. Die 
Priester, welche diese Geschenke überbrachten, bewirkten die ersten 
Bekehrungen zum Buddhismus, der jedoch, Anfangs mit Widerstreben 
aufgenommen, nur sehr langsam in Weitere Kreise Eingang fand. Aehn- 
liche Gesandtschaften koreanischer Herrscher mit priesterlichen Be- 
gleitern folgten in kurzen Zwischenräumen uhd vermittelten den gebil- 
deten Japanern nicht nur die genauere Bekanntschaft der neuen Lehre, 
sondern auch der in ihrem Dienste auf dem Festlande von Malern, 
Bildhauern und Baumeistern geschaffenen Kunstformen. Auch korea- 
nische Mönche wanderten ein, und gründeten buddhistische Tempel und 
Klöster, deren um das Jahr 623 schon 46 mit 816 Mönchen und 569 
Nonnen im japanischen Reiche bestanden. 
Von der Gunst des kaiserlichen Hofes getragen, breitete sich 
die neue Lehre unaufhaltsam aus. Unter anderen buddhistischen Ge- 
brauchen fand auch die Leichenverbrennung Eingang, zuerst im Jahre 
700. Sie hat seitdem bis in unsere Tage bestanden, wird aber in 
neuerer Zeit durch die Rückkehr zu dem altnationalen Brauche der 
Leichenbestattung allmählich Wieder verdrängt. Als endlich der ge- 
lehrte Priester Kobodaishi, der Erfinder der lühzkana-Schrift, die 
Shingön-Secte, noch heute eine der bekennerreichsten Secten der japa- 
nischen Buddhisten, begründete und in ihren Lehren den alten Glauben
        

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