Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1868029
Die 
Wohnung 
der Japaner. 
An den Wällen dieses, von dem kaisertreuen Feldherrn Tani tapfer 
vertheidigten Schlosses zersplitterte im Jahre 1877 der eine Zeitlang 
dem neuzeitigen Japan Gefahr drohende Aufstand Saigo's. 
Bauten für gemeinnützige Zwecke, Versammlungshäuser des 
Adels, der Bürgerschaft oder gewerblicher Innungen kannte Alt-Japan 
ebenso wenig, wie in seiner Cultur für Gerichtshäuser, für Hospitäler, 
Akademien oder Öffentliche Sammlungen Raum und Bedürfnifs War. 
Das Familienhaus ist das Ein und Alles seiner profanen Baukunst. Nur 
grofse Brückenbauten, bei denen zumeist ein Weitsäuliges Zimmerwerk 
mit reich entwickelten Consolen, nur selten der Steinbau mit Tonnen- 
Wölbung auftritt, könnten als Bauten für Weltliche Zwecke hier noch 
erwähnt werden. 
Die Baukunst im Dienste der Religion hat aber mannigfache 
und grofsartige Entwickelung erfahren, an welcher theilnahmslos wie 
bisher voriiberzugehen unsere Kunsthistoriker sich nicht länger erlauben 
dürfen, wenn anders sie die Geschichte der Kunst als eine Geschichte 
der Menschheit erfassen und sie nicht nur auf eine Familiengeschichte 
derjenigen Völkergruppen beschränken wollen, mit deren Erbe die 
Europäer unserer Tage Wuchern. Mit der Geschichte der japanischen 
Baukunst wird ein bis jetzt noch weisses Blatt in der Geschichte der 
baukünstlerischen Bethätigung des menschlichen Geistes bedeutsam 
gefüllt werden. Noch fehlt es, da europäische Architekten oder Kunst- 
historiker von Beruf die japanischen Denkmäler zu studiren keine 
Gelegenheit hatten, an allen Vorarbeiten hierzu. Der folgende Ab- 
schnitt wird sich daher auf eine Schilderung Weniger typischer Bei- 
spiele der Baudenkmäler in ihrem Zustand zu unserer Zeit beschränken 
und von dem Nachweis ihrer geschichtlichen Entwickelung Abstand 
nehmen müssen. Ob die Japaner in ihrer reichen Kunstliteratur Vor- 
arbeiten für die Geschichte ihrer Baukunst besitzen, ist fraglich. Fast 
scheint es, als ob die vorwiegende Theilnahme für die Erzeugnisse 
der Malerkunst und des Kunsthandwerks die literarische Arbeit für 
sich allein in Anspruch genommen habe. 
' am 
il 
bei? 
Mit Bronze beschlagene Balkenkreuzung 
der Felderdecke eines Tempels zu Uyeno 
(S. Seite 23).
        

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