Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867997
Kunst 
und 
Handwerk 
Japan, 
zweckentsprechend ist die Anlage dieser Jfzzwz, dafs nur selten das 
Feuer sich in ihr Inneres frifst. Nach grofsen Feuersbrünsten, Welche 
alles Holzwerk in weitem Umkreise zerstört haben, ragen sie mit 
ihren düsteren Mauern unversehrt aus den Trümmerstätten hervor und 
geben den in ihnen sicher geborgenen Hausrath für die Einrichtung 
des in kurzer Zeit neu aufgerichteten Wohnhauses wieder her. Nur 
ausnahmsweise dienen die Kunz als Wohnhäuser, etwa wenn ihre Be- 
sitzer sich nicht vom täglichen Genufs gesammelter Kunstschätze oder 
Büchereien trennen mögen. Ein leichtes, bewegliches Rahmenwerk 
von der Gestalt und dem Umfang eines gewöhnlichen Wohngemaches 
pflegt dann in dem Mauerverliefs zusammengesetzt und durch Beklei- 
dung mit Matten und gewebten Stoffen wohnlich umgrenzt zu werden. 
 Unterschiede, wie sie bei uns die Wohnungen hinsichtlich ihrer 
Anlage und ihres Baumaterials darbieten, je nachdem sie städtischem 
oder bäuerlichem Leben dienen, fallen uns in Japan nicht auf. Allen 
weltlichen Gebäuden liegt der geschilderte Plan zu Grunde, der je 
nach dem Wohlstande der Besitzer auf das bescheidenste Mafs zurück- 
geführt oder zu grofsen palastartigen Reihungen von Gemächern er- 
weitert Wird. Die Wohnsitze der Daimios und die Paläste des Mikado 
sind im Grunde nur Häufungen von Baulichkeiten, die dem Grund- 
gedanken des japanischen Familienhauses entsprechend angelegt und, 
oft durch verdeckte Gänge mit einander verbunden, in malerischer 
Anordnung zerstreut in ummauerten Gärten oder Höfen liegen. 
Bedecktcr, 
wandloser, auf der Sonnenseite durch Rollvorhänge halb geschlossener Vcrbindungsgang zwischen 
zwei Gebäuden eines Palastes. Vomehme begeben sich zur Audienz. 
Einige unwesentliche Abweichungen wurden früher bei den fürst- 
lichen Wohnungen nur durch Erfordernisse des sehr ausgebildeten 
höfischen Ceremoniels bedingt. Für die feierlichen Empfänge der 
Lehensleute am Neujahrsfeste und bei anderen wichtigen Anlässen be- 
durften die Daimios grofser, nach dem Range der Besucher gegliederter 
Säle. Eine solche Anlage bestand meistens darin, dafs ein grpfses
        

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