Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867962
Die 
Wohnung 
der Japaner. 
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Bald ist auch der Aufsatz dick mit Stroh bedeckt, über Welches 
Matten gebreitet oder dicke, festgebundene und mit Rinde belegte 
Strohgarben sattelartig quergelegt sind. Bald erhält er eine besondere 
Bedachung aus gebogenen Ziegeln von gebranntem Thon. 
Bisweilen ist auch der First, mit Ausnahme eines nur die Mitte 
einnehmenden Aufsatzes zum Abzug des Rauches, seiner ganzen Länge 
nach flach abgedeckt und mit Erde beschüttet, in Welcher Lilien, blaue 
und weifse lris und andere schönblühende Stauden üppig gedeihen. 
Auch die alten Strohdächer gewöhnlicher Häuser erhalten oft durch 
dicke Moospolster, zwischen denen Schwertlilien wuchern, einen 
malerischen Schmuck, welcher das Stroh zugleich gegen die Entzün- 
dung durch Flugfeuer schützt. 
Die Ausbildung der Thonziegel für die Dächer ist in Japan so 
weit gediehen, wie bei keinem anderen Volke, vielleicht nur die Chinesen 
ausgenommen. 
Die am häufigsten vorkommende Form, Welche den Namen Hon- 
gawara oder "achter Ziegel" führt, besteht aus zwei Arten von Ziegeln; 
die eine Art, von flach S-förmig geschwungenem Durchschnitt, wird so 
gelegt, dafs die abwärts gebogene Kante des einen Ziegels über die auf- 
wärts gebogene des benachbarten Ziegels greift,  
und die andere Art, von halbwalzenförmigem  
Durchschnitt, wird in Reihen über die Fugen  
Jener {lachen Ziegelgedeckt. Dieser Wechsel  
flacher und als dicke Rippen vorspringen-  ,V " 
der Ziegel giebt den so gedeckten Dächern    
eine ebenso kräftige Gliederung, wie er den  13,59;  
Regen zweckmäfsig ableitet, dies um so siche- w; g lt 
rer, als alle Fugen der in eine Schlammschicht w "f 
auf einer Unterlage von Holzschindeln gebet- "L 
teten Ziegel mit weifsem Mörtel sauber ver-  
strichen werden. n ; 
Eine andere, in Yedo viel benutzte Art der , t    l 
Ziegel, die Yedo-gawara, verbindet die flachen  
und die halbwalzenförmigen Ziegel der "Hmz- i" w;  
gawzzwz" zu einem Stücke, indem diese an  einer   
Langseite jener gleich von vornherein festsitzen.  NXe-eex, XM 
Diejenigen Ziegel, welche an der Dach- Abschlufs einer mit Ziegeln ge- 
traufe entlang als die ersten gelegt werden,  
zeigen in flachem Relief verzierte umgebogene  
Rander, an den flachen Theilen der Hon-gawara 
in Gestalt schmaler, der Schweifung des Ziegels folgender Friese, an 
den halbwalzenförmigen Theilen in Gestalt voller Kreise, Welche mit
        

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