Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867959
Kunst 
und 
Handwerk 
JaPan. 
Momotaro 
eroberten 
Schätze 
Sinnbilder 
des 
Reichthums 
und 
Gegensatze dazu die Attribute des guten Sohnes Moso, Bauernhut, 
Hacke und Bambusspargel, als Sinnbilder tugendhafter Armuth.  In 
anderen Fällen bestehen die Rmzzma aus 
  einem feinen Gitterwerk, Welches aus 
 dünnen Stiiben mit unvergleichlicher Ge- 
  nauigkeit zusammengesetzt ist, als Flecht- 
 muster, als Mäander und zu allen übrigen 
 geradlinigen Mustern, welche in der japa- 
 "'Ih"'lh'l "JE ' nischen Flächenverzierung vorkommen. 
GitterförmigeRarnmauusleichtenI-Iolzstäben.  geschlossenen Schiebethüren 
ist der Anblick des japanischen Hauses 
von der Strafsenseite ein wenig einladender. An den Häusern Un- 
bemittelter ist nicht einmal immer der Eingang als solcher gekenn- 
zeichnet; man betritt das Haus, wo eben die zurückgeschobenen Schiebe- 
thüren eine Oeffnung darbieten. Behäbigere Häuser sind bisweilen 
mit schwingenden Doppelthüren zwischen festen Pfosten, über denen 
ein kleines Regendach vorspringt, ausgestattet. DieWohnungen Reicher 
pflegen dem Lärm und Staub der Strafse entrückt inmitten von Gärten 
zu liegen, Welche man durch einen Thorweg betritt, der am Ende 
eines Von den Bretterwänden oder Bambuszäunen der Einfriedigung 
nach innen vorspringenden offenen Vorplatzes liegt. 
Eine reiche architektonische Durchbildung ist dem Dache zu Theil 
geworden; Schornsteine fehlen, da der Rauch, wie bei den stroh- 
gedeckten norddeutschen Bauerhiiusern, nur durch eine an den Giebel- 
seiten unter dem First angebrachte Oeffnung abzieht. Aeufserst mannig- 
fach ist die Schweifung der Dächer und die Anlage ihrer Firste. Um 
den Krümmungen folgen zu können, werden die Schindeln als ganz 
dünne biegsame Brettchen mit Bambusnägeln oft zu fufsdicken 
Schichten auf die Dachlatten genagelt oder man belegt das Dach mit 
einer sehr dicken Strohschicht, aus Welcher durch theilweises Scheeren 
die gewünschte Schweifung ausgeschnitten wird. Die Firste dieser 
Strohdächer zeigen in den Verschiedenen Provinzen unterschiedliche 
Anlagen, wobei nicht selten eine das dreieckige Rauchloch auf- 
nehmende gesonderte Bedachung sich den First entlang zieht. Bald ist 
dieser Firstaufsatz mit Brettern verschalt, auf deren oberster Stofsfuge 
ein an den Enden aufwärts geschweifter Balken lagert, welcher durch 
sattelartig aufgesetzte Xfömige Kreuze mit der Verschalung fest ver- 
bunden ist. Bald ist er mit der Länge nach dicht aneinander gelegten 
Bambusstäbcn bedeckt, welche durch quergelegte Bänder von Bambus 
oder Baumrinde zusammengehalten werden, denen wieder der Länge 
nach in Zwischenräumen gelegte Bambusstiibe gröfseren Halt geben. 
dazu die Attril 
Bambusspargel,
        

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