Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867943
Die 
Wohnung 
der Japaner. 
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deren Darstellungen von einer Fusmßza auf die anstofsende über- 
gehen. 
Zwischen dem die obere Laufrinne der Schiebewände enthal- 
tenden Xanzozlßalken und der gedielten Decke der Zimmer zieht sich 
eine Art Fries über den Wänden hin. Um der Luft freien Durchzug 
zu gestatten, ist dieser Fries oft mit Remzma genannten hölzernen Füll- 
tafeln ausgesetzt, deren Durchbrechungen bald als vollrundes Schnitz- 
werk ausgearbeitet, bald nur in der Art von Schattenrissen aus Füll- 
brettern gesägt sind. Den für die Verzierung dieser Ranzma geigneten 
Motiven haben japanische Künstler besondere Bücher gewidmet. Han- 
delt es sich um einen durch Aussägen einer Holztafel herzustellenden 
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Ramma mit einer Holzfüllung, in welcher die über schäumenden Wellen 
ausgesägt sind. Bei auffallendem Licht erscheint die Zeichnung dunkel, 
dunkelem Grund. 
aufgehende Sonne und ein Kranich 
bei durchfallendem Licht hell_ auf 
Schattenrifs, so ist das Motiv, wenn es klar bleiben soll, natürlich in 
gröfster Einfachheit wiederzugeben und zu berücksichtigen, dafs die 
ausgesägten Einzelheiten der Darstellung durch feste Stege von einander 
gesondert werden, damit der Zusammenhang der Holzplatte nirgend durch 
zu grofse Löcher unterbrochen werde. Als Motive sind vor anderen be- 
liebt das Bild eines Kranichs, der über schäumenden Wellen fliegt, 
Schmetterlingsschwärme, Fohovögel mit langnachflatterndem Schwanze, 
Kranichilüge in langgestrecktem Zuge, ein fliegender Kukuk neben dem 
umwölkten Mond, Kiefern nebst blühenden Mumesträuchen und be- 
schneiten Bambusen, über denen die Sonne des neuen Jahres hinter 
Wolken aufsteigt. Wie geschickt der japanische Künstler ein für die 
gestreckte Friesform der Ramma geeignetes Landschaftsmotiv zu be- 
nutzen weifs, zeigt unter Anderem ein Schnitzwerk, welches Morse in 
der Stadt Yatsushiro sah. Dasselbe zeigte eine ländliche, über schilf- 
bewachsene Felder fortgeführte Wasserleitung aus Röhren von ge- 
spaltenem Bambus, welche von knorrigen alten Stämmen und gabelig 
zusammengebundenen Rohrstäben gestützt, das Wasser leiten und über 
das Feld ergiefsen. Auch zum Fries geordnete Geräthe, so die von
        

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