Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867918
Kunst 
und 
Handwerk 
Japan, 
sonderliche Art angeordnet; nicht wie bei unseren Schränken ist der 
Raum mit parallelen Brettern gleicher Längen abgetheilt, sondern in 
launischem Wechsel sehen Wir die Börter oft nur einen Theil der Breite 
und Tiefe einnehmen, ihre freien Enden auf Bambusstäbe oder quer 
eingefügte Brettchen sich stützen oder durch Stäbe an den darüber 
befindlichen Börtern hängend festgehalten. Auch ist ihre Form nicht 
immer die rechtwinklige, sondern oft eine freie Ecke stumpf abge- 
schnitten. Mag das Regellose in solchen Anlagen sich schwer zu dem 
symmetrischen Aufbau fügen, den der Einflufs der Baukunst auf unsere 
Schrankmöbel diesen aufnöthigt, so ist doch nicht zu verkennen, wie 
sehr die freiere japanische Anordnung der Börter einer malerisch gefälli- 
gen Gruppirung der Schaugeräthe und Gefäfse besonders dann zu Statten 
kommt, wenn diese nicht zu Paaren oder in ganzen Sätzen vorhanden sind. 
Tokonoma zwischen zwei Chigai-dana, von denen dasjenige zur Linken eine runde vergitterte Fenster- 
öffnung, dasjenige zur Rechten "Nebelstreifen-Börter" zeigt. 
Das in allen Theilen sichtbare Balkenwerk der Zimmer bleibt 
nicht nur in den einfachen Häusern unbemalt. je wohlhabender der 
Besitzer, desto gröfsere Sorgfalt wird der Auswahl schöner Hölzer zu- 
gewendet. Selten begegnet man schwarz lackirtem, mit Metall be- 
schlagenem Balken- und Rahmenwerk. Da der Fufsboden stets mit 
Matten belegt wird, besteht er nur aus schlichten Bohlen gewöhnlichen 
Holzes, die Verschalung der niedrigen Decken aber besteht oft aus 
kostbaren schön gemaserten Hölzern. Ueber die Tragbalken werden 
leichte Latten befestigt und auf diese von oben her die Bretter so ge- 
nagelt, dafs die Maserung des einen mit derjenigen des anstofsenden 
Brettes ein zusammenhängendes, nur durch die Latte getrenntes Muster 
bildet. Im Hinblick auf diesen Zweck pflegt man die Bretter, in Welche 
die Stämme zersägt werden, ihrern natürlichen Zusammenhang gemäfs 
in Blöcken aufzuschichten und zu bewahren. In bescheideneren Häusern 
erhält die Zimmerdecke eine lichte Tünche oder einen Ueberzug hell- 
farbigen Papiers.
        

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