Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867906
Wohnung 
JaPßner. 
finden. So ist z. B. auf einem schönen Stichblatt der Hamburgischen 
Sammlung die Oertlichkeit eines aus Büchern, einer Brille und einem 
blühenden Busch in einer wogenden Bronzevase zusammengestellten 
Stilllebens durch das darüber angebrachte Rund mit dem Blick auf 
einen blühenden Mumebaum bezeichnet, während die Rückseite der- 
selben Platte uns mit einem schilfumwachsenen Brettersteg in's Freie führt. 
Ein anderes Mittel, einen Vorgang in das Innere eines Hauses 
zu verlegen, findet der Zierkünstler in der Andeutung einer Wand, 
deren stellenweis abgefallener Putz das ihm Halt gebende Bambus- 
gitter frei gelegt hat. Oft deutet er damit zugleich die Verlassenheit 
eines Ortes, die Armuth seiner Bewohner an. In diesem Sinne erhält 
das von Goncourt geschilderte Stichblatt seiner Sammlung tiefere Be- 
deutung; die schwarzen Grillen der Schauseite sind nicht einem zer- 
brochenen Käfig entflohen, sie beleben die zerfallende lnnenwand eines 
ärmlichen Hauses, während "im Gegensatz hierzu die Rückseite uns mit 
der umwölkten Mondsichel und dem wirbelnden welken Laub in's 
Freie 
Führt. 
   
Blick auf ein Tokonoma; zur Linken das Chigai-dana mit Börtern, welche ihren Namen .usu kasuxni-dana" 
daher tragen, weil man sie mit der convemionellen Darstellung von Nebelstreifen in der japanischen Zier- 
kunsr. vergleicht; zur Rechten ein dritter, als Platz zum Schreiben benutzter Alkoven mit Kielbogen-Fenster. 
Das Tokonoma ist der geweihte Platz, auf Welchem bei gottes- 
dienstlichen Verrichtungen die Bildnisse der verehrten Gottheiten und 
die Tischchen mit Opfergaben aufgestellt Werden. An seiner Rück- 
wand befestigt man jeweilig das dem Bildervorrath des Hauses, dem 
besonderen Anlafs gemäfs entnommene Hängebild; hier stellt man in 
Vorbereitung der feierlichen Theegesellschaft vor dem bedeutsam ge- 
wählten Gemälde die Vase mit kunstvoll geordneten Blüthenzweigen 
und das Räuchergefäfs auf. In ihm standen in der ritterlichen Zeit 
Japans das lackirte Schwertergestell für die Lieblingsschwerter des 
Hausherrn, die wappenbemalten Kasten mit seiner Rüstung, der Bogen 
und der Köcher mit den gefiederten Pfeilen. 
Die Börter in den Nischen seitlich vom Tokonoma sind auf ab-
        

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