Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867761
"Abstammung der Japaner. 25 
ihre Sprache über Korea zum tatarisch-mongolischen Stamme in Central- 
asien weise, dafs nach chinesischen Annalen ungefähr 1200 v. Chr. 
tatarische Stämme nach Korea kamen und sich zum Theil dort, zum 
Theil auf den östlichen Inseln ansiedelten, dafs daher aller Wahrschein- 
lichkeit nach die Japaner ein Glied der altaischen Völkerfamilie seien, 
das nach der Losreifsung von seinem Stammsitze über Korea zum 
südlichen Japan gelangte und, von den Riukiu-Inseln allmälig nord- 
wärts vordringend von der Insel Hondo Besitz ergriff, wobei die muth- 
mafsliche Urbevölkerung jener Gegenden theils verdrängt, theils auf- 
gesogen wurde. Wiederholte kleinere Einwanderungen von Koreanern 
in geschichtlicher Zeit trugen dazu bei, den ursprünglichen Typus des 
japanischen Volkes mehr und mehr zu verwischen. 
Dieser von Reinausgeführten, im Wesentlichen mit den Ansich- 
ten de Rosny's übereinstimmenden Hypothese haben Andere, unter 
ihnen der begeisterte Bewunderer japanischer Kunst, Louis Gonse, 
eine Erweiterung gegeben. Neben der autochthonen Race und den 
tatarisch-mongolischen Einwanderern aus dem Westen nimmt er eine 
zweite Einwanderung eines aus Südosten durchMeeresströmungen her- 
beigeführten Eroberer-Volkes an. Dieses Volk könnte polynesischen, 
javanischen oder indischen Ursprungs sein; am liebsten würde Gonse 
den letzteren annehmen, denn in der naiven und poesievollen Religion 
der Kamis, in dem Ahnenkult, in dem angeborenen entzückenden 
Naturgefühl und in der hohen Achtung der moralischen Würde findet 
er Eigenschaften, die er nur aus indo-europäischer Quelle ableiten 
möchte. Ersetzt ihm hiebei das dunkele Gefühl, den Mongolen ihren 
Antheil an der uns Europäern so sympathischen Kunst der Japaner 
nicht Voll zu gönnen, die Anführung triftigerer Gründe, so greift er 
vollends fehl, wenn er andeutet, die äufsere Aehnlichkeit der behaarten 
Ainos mit russischen Bauern könnte als eine Spur vorgeschichtlicher 
Verbindungen mit dem Norden Europas gelten. 
Man sieht,  wir sind noch weit davon entfernt, über den Ur- 
sprung und die vorgeschichtlichen Beziehungen der Japaner in's Klare 
zu kommen. Das entschei- 
dende Wort wird auch nicht g  
von den Kunstforschern ge- h  
sprochen werden können;  
mit Recht hebt Rein hervor,  V  
dafs "weder der Körperbau,    u'  1 " 
noch die Sprache, noch be-  
stimmte Sitten, noch die    
Haus- und Ackergeräthe     
für SiCh allein ausreichen, Hülzernes Riiuchergefäfs in Form eines Lotoszweiges.
        

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