Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870390
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Kunst 
Japan, 
Handwerk 
und 
Die Karin-Schule hat insofern mitgearbeitet an dem Aufschwung 
der Buchausstattung, als Künstler ihrer Richtung Skizzen des Be- 
gründers der Schule, Abbildungen seiner Gemälde, seiner Malereien 
auf Schirmen und Fächern, seiner Lackmalereien und kunstgewerb- 
liehen Entwürfe sammelten und veröffentlichten. Hauptwerk ist die 
von Hoitsu herausgegebene Sammlung solcher Malereien Korin's, 
deren erster Band im Jahre 1815, hundert Jahre nach dem Ableben 
des grofsen Meisters erschien. Auch den Werken des Bruders Korinls, 
Kenzan, eines berühmten keramischen Künstlers, hat Hoitsu i.  1828 
einen mit Farbendrucken illustrirten Band gewidmet. Mehrere Bände, 
deren Titel Anderson aufführt, geben mit Zwei -Platten-Drucken und 
Farbendrucken Hoitsu's eigene Entwürfe wieder. 
Einer dieser Bände unter dem Titel Säasan-RÖ gwafu enthält 
zugleich Skizzen des Tani Buncho, eines Hauptvertreters der chinesi- 
schen Malerschule dieses Jahrhunderts. Viele seiner Zeichnungen von 
Bergen, denen er seinen Beinamen Sha-san-ro, d. h. "der alte Mann, 
welcher Berge abzeichnete", verdankt, sind in einem 1810 erschienenen, 
den berühmten Bergen Japans gewidmeten Werke "Mßpon Meizan 
dzu-ye" wiedergegeben. Andere in dem 1862, lange nach seinem Tode, 
ausgegebenen Werke n T an! Bzmciw gzva fzz". 
Diese und andere Beiträge der übrigen Malerschulen zu dem 
Aufschwunge und den fast unübersehbar mannigfachen und reichen 
Leistungen des japanischen Holzschnittes in dem Jahrhundert von der 
Mitte des verflossenen bis zur Mitte des laufenden verschwinden gegen- 
über dem Antheil der neuen Ukzjzo-Schule an dieser Kundgebung des 
japanischen Geistes und Kunstgefühls, welche den Ruhm für sich in 
Anspruch nehmen darf, zuerst dazu beigetragen zu haben, uns Euro- 
päern die Kunst Japans nicht nur als einen Gegenstand kulturgeschicht- 
licher Vergleichung, sondern auch menschlich nahe zu bringen. 
Die Anwendung europäischer Pigmente, welche überall im 
Orient dem ererbten Sinn für harmonische Farbengebung Gefahr drohen, 
hat auch in Japan traurige Erfolge erzielt. Unter ihrer Mitwirkung 
sind von der Mitte unseres Jahrhunderts an die Farbendrucke rascher 
Verrohung anheimgefallen und zu einem grofsen Theil auf das Niveau 
unserer Neu-Ruppiner Bilderbogen herabgesunken. Da jedoch die 
Technik des Holzschnittes, schon wegen ihrer nahezu ausschliefSÜChCH 
Anwendung für den Schriftdruck immer noch sehr leistungSfähig ge- 
blieben war, hat noch die neueste Zeit manche trefflich geschnittene 
Holzschnitt-Bücher entstehen sehen, und fast scheint es, als ob die 
auch in Europa sehr verbreiteten, i.  1882 unter dem Titel "Hiiaku 
clm-gwafu" erschienenen Vogelbücher des Bairei ein Anheben des 
japanischen Kunstdruckes zu neuem Aufflug verkünden. Freilich wird
        

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