Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870276
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Kunst 
und 
in Japan. 
Handwerk 
Schaft  zur Ahornschau ins Gebirge, wo jetzt, wie die Uta sagt, das 
fallende Ahornlaub von den Hufen der brünstigen Hirsche zertreten 
wird, deren klagender Ruf in den Bergen wiederhallt. 
So-jo Hen-jo hat, als er den feierlichen Tänzen an einem hohen 
Festtage zuschaute, eine Tänzerin der wolkenbewohnenden Göttin 
Otome verglichen, indem er ihr zusang: 
"Winde treiben Dich, 
Wolkengeborne Otome, 
Zack'gen Himmelspfad; 
Und schweigt der Wind, begrüfs 
Flüchtig Dein leuchtendes Bild." 
ich 
Kunisada dagegen führt uns bei dieser Uta aus den Wolken zur Erde 
herab, indem er uns lachend ein auf der Strafse vorn Winde gepacktes 
junges Mädchen zeigt, dessen Kopftuch gelöst und dessen lange Hänge- 
ärmel von der Luft gebauscht sind. 
Kwo-ko Tran-wo's Anrede an die Geliebte, für Welche er das 
um die Neujahrszeit efsbare Wakana-Kraut gepflückt hat: 
"Liebe, auf Dein Geheifs 
Durchschvveift ich im Lenz die I 
Wakana suchend; 
Sielf, da liefs auf meinem Kleid 
Fallender Schnee seine Spur." 
Flur, 
verwandelt sich in ein junges Mädchen, welches auf schwarzen, hohen 
Sockeln durch den Schnee watet, Kopf und Hals mit schwarzem 
Tuche verhüllt hat, sich mit einem grofsen Schirm gegen das Gestöber 
schützt und in ein mit rother Schärpe gegürtetes Gewand gekleidet 
ist, auf dessen blauem Grunde der Färber grofse Schneekristalle, 
"Schneeblüthen", ausgespart hat, ein Beispiel von vielen, wie der Dichter 
dem Kunsthandwerker den Weg zu einem Zier-Motiv gewiesen hat. 
Auf einem anderen Blatt zeigt uns Kunisada eine junge Frau 
bei der Toilette. Die wohlbeleibte Schöne kauert vor dem schwarz- 
gelackten Kasten, auf welchem das schwarze Gestell für den in einer 
mit rothem Krepp ausgelegten, runden Kapsel liegenden Metallspiegel 
stehtm Sie hat ihr Haar schon wohlgefettet aus der Stirn und den 
Schläfen zurückgekämmt und auf dem Wirbel überdem mit rothem 
Krepp umwundenen Haarstab zu einem grofsen Bausch geordnet, es 
auch mit einer silbernen Nadel geschmückt, auf welcher ein goldigrother 
Schmetterling seine Flügel spreizt. Auch die Bogen der Augenbrauen 
scheinen schon mit spitzem Pinsel ausgezogen und die Lippen mit 
Karthamin roth gefärbt zu sein. Eben legt sie die letzte Hand an's 
Werk und Weifst den üppigen Hals mittelst einer dicken Puderquaste,
        

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