Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870221
Holzschnitt im 
Der 
Jahrhundert. 
Das 
Werk 
des 
Hokusai. 
271 
Mustern für Weber und Färber wird g1eich- 3  
falls Hokusai zugeschrieben, Welcher sich   
auf dem Seite 201 mitgetheilten Schlufs- " M435 
bilde Tamekadzu oder Tameichi nennt,  
gleichwie auf den ein Jahr früher heraus- y J N 
gekommenen Pfeifen- und Kamm-Büchlein.  
In diesen zum grofsen Theil sehr klaren und Chrysaääugoljlilssaläranmh 
schönen Mustern hält der Künstler sich 
meistens in den Grenzen des geometrischen Flachmusters. Mäander- 
gebilde, aus dem Sechseck construirte nSchildkrötenschalen-Muster", 
Geflechtmuster und ähnliche, meist schon lange eingebürgerte und nicht 
erst von Hokusai erfundene Muster herrschen vor. Nur für wenige 
Muster sind Naturmotive, im Netz gefangene Vögel, Wellen, eine 
Schlangenhaut, zu Grunde gelegt. Gegen das Ende finden sich ge- 
lungene Versuche, die bekanntesten Wappenmotive, M011, das Kzäfzl 
man, das aus der Mume-Blüthe, der Kirschblüthe, der Chrysanthemum- 
Blüthe, dem Pfeilkraut abgeleitete und andere, in der Flächenverzierung 
häufig benutzte Motive in je einem einzigen ununterbrochenen Pinselzug 
zu zeichnen. Auf den letzten Blättern weitere Versuche, viel ange- 
wandte Pilanzenmotive, u. a. die hier wiedergegebenen der Glycine, 
der Kirschblüthe und des Chrysanthemum, in einer an den fliegenden, 
glückbringenden Kranich erinnernden Gestalt anzuordnen. In der alten 
Zierkunst fehlen derartige Künsteleien, welche in das der japanischen 
Kunst fremd gebliebene Gebiet der grotesken Verbindung von Thieren 
und Pflanzen führen. 
Einiger, zum gröfsten Theil mehr zur Belustigung, als zur ernst- 
lichen Belehrung bestimmter Anleitungen zum Zeichnen und Malen ist 
schon in dem Abschnitt über die Technik der japanischen Malerkunst 
gedacht worden. Eines dieser Hefte, in Welchem Hokusai sich Wieder 
Tamekadzu nennt, führt den Titel Bongwa slzziorz" gezläo und ist wie 
so manches seiner Bilderbücher der weiblichen Jugend gewidmet. 
Das erste Bild erklärt uns seinen Zweck. Wir sehen zwei junge ele- 
gante Damen der "Sandmalerei" obliegen, d. h. der Kunst, mittelst 
gefärbten Sandes auf einer gelackten Tafel allerlei hübsche Skizzen- 
hafte Bildchen hervorzubringen. Wie in jedem einzelnen Falle zu ver- 
fahren, wie das Löffelchen zum Ausstreuen des Sandes zu halten, wie 
die Spatel zum Ebenen und Abtönen der Sandhäufchen zu führen, ist 
neben jeder in Farbendruck ausgeführten Skizze in Wort und Bild 
erläutert. Derartige Sandmalerei war in Japan nicht nur ein Zeitver- 
treib müfsiger Dämchen. Es gab Virtuosen der Sandmalerei, welche 
im Handumdrehen durch einfaches Ausstreuen gefärbten Sandes auf 
die Strafse blühende Chrysanthemurn-Stauden oder andere Lieblings-
        

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