Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870205
Der Holzschnitt 
I9. Jahrhundert. 
Werk 
Das 
des 
Hokusai. 
269 
gen. Den Beschlufs macht der gern gesehene Hahn auf der Trommel, 
das chinesische Sinnbild guter Regierung. 
Im letzten Heft hat der Künstler die Fesseln vollends abgestreift, 
welchen er bis dahin sich unterworfen hatte, und freier, höchstens 
noch durch die stark überhöhte Form eines Bildfeldes beeinflufst, 
folgt sein Pinsel, wie in seiner Mangwa, allen Augenblicksbildern, 
welche seine leichtbewegliche Phantasie ihm vorgaukelt. 
Iiast gleichzeitig mit dem Banskoku dzu ko ist das dritte kunst- 
gewerbliche Musterbuch Hokusafs entstanden, das Sko-skoku Eäon 
Katsuskzka Slzm Hzäzagala, aus dem in späteren Ausgaben kurzweg 
H0kusaz' Slzin Hmagata geworden ist. Der Künstler, Welcher sich bei 
dieser Gelegenheit Gwa-Kio Ro-jin Man nennt, bietet hier Zimmer- 
leuten und Holzschnitzern Entwürfe für die Erbauung von Tempeln 
und ihre Ausstattung mit allerlei Bildwerk in herkömmlicher Art. 
Päonien und mit einer durchbrochenen Kugel spielende chinesische Löwen; Entwurf für eine geschützte 
Fülltafcl zwischen den Consolen eines Tempeldaches. Aus dem Shin hinagata des Hokusai. 
Die Reihe der Bilder beginnt mit einem Herrn in vornehmer 
Tracht, an der Seite ein Langschwert in einer Scheide von Fell, denn 
solche Auszeichnung gebührt dem Oberen der Zimmerleute, welcher 
nicht als schlichter Handwerker, sondern wegen seiner Arbeit 
für den Tempelbau als ein Wesen höherer Ordnung „B0k0 220 Kami" 
angesehen wird. Ihm zur Seite sind seine drei wichtigsten Werkzeuge, 
das Winkelmafs, der Hobel und die aus einer wellenartig verzierten 
Hülse mit schwarzer Farbe abgewickelte Schnur des Lothes darge- 
stellt. Zimmerleute in adeliger Tracht mit Schauwerkzeugen, ähnlich 
denen, welche bei unseren Innungen vor Zeiten üblich waren, folgen 
neben Anleitungen zur geometrischen Construction wesentlicher Bau- 
theile. Dann ein angeblich nach altem Brauch angelegter Gebetplatz 
mit vier untereinander verbundenen Galgenthoren; ein Tempel beson- 
derer Art, in welchem die Bauweise eines vornehmen Etagenschiffes 
altchinesischer Art anklingen soll, und drei mit den Anfängen der 
Baukunst verknüpfte Gestalten der Shinto-Mythen. Andere Darstel-
        

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