Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1870039
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Kunst 
und 
Handwerk 
Japan. 
an mein Ohr     Ein Schauder durchläuft mich     Nur ein 
Traum war es, den ich träumte, unweit meines Fensters gebettet, mit 
diesem Bilderbuche des Meisters als Kissen unter meinem Haupte." 
Der achte Band ist wieder sehr gemischten Inhalts. Die ersten 
Bilder, mythische Wohlthäter der Menschheit, die Erfinder der Waage 
und ersten Erbauer eines Hausdaches, die ersten Züchter des Maulbeer- 
baumes und der Seidenwürmer deuten eine zwiefache Bestimmung an. 
Einem einfachen Hause und einem reichüberdachten Tempel folgen 
Löwen- und Elephantenköpfe und andere groteske Bildwerke zum 
Schmuck der die Dächer stützenden Consolen und verzierte waffen- 
artige Werkzeuge, wie solche von den japanischen Zimmerleuten bei 
den Richtfesten feierlich umhergetragen Werden. Dann ein grofser 
Webstuhl nach chinesischer Art, Vorrichtungen zum Abhaspeln der 
Seide, allerlei bei der Seidengewinnung gebrauchte Geräthe und der 
einfache Webstuhl, mit welchem die japanischen Weber ihre Wunder- 
werke schaffen. Hat er uns so genugsam belehrt, sorgt der Künstler 
alsbald auch für unsere Belustigung, indem er uns Akrobaten, Turner 
am Reck, Kautschukmänner in den wunderlichsten Verrenkungen, 
etliche Dutzend komische Blinde und höchst ergötzliche Beschäfti- 
gungen der nDicken" und der "Dünnen" vorführt. Wie die Schmer- 
bäuchigen mühsam die Schnüre ihrer Sandalen binden, sich bei allerlei 
Hausarbeit schwitzend abmühen, lieber jedoch zu behaglicher Ruhe 
sich strecken; wie den Mageren die gebauschte Hoftracht am Leibe 
schlottert, wie sie leicht erregten Gemüthes einander in die Haare 
gerathen, im Ringen, das sonst nur den Dicksten zukommt, sich ver- 
suchen, wie sie Alle, gleichviel ob behäbigen Leibes oder zu Gerippen 
abgemagert, sich am Gesang und Spiel weidlich erfreuen, zeigt uns 
der Künstler auf acht Seiten, die zu den unterhaltendsten der Mangwa 
gehören. Die dann folgenden 24 Bildchen zu den chinesischen Mustern 
kindlicher Liebe erheben sich nicht über routinemäfsige Andeutung 
des Hauptmotivs jeder Geschichte. Botanische Studien, vielerlei lilipu- 
tanische Strafsenfiguren, 48 kleinere decorative Landschaftsmotive und 
Felsstudien füllen den Rest des Bandes. 
Im neunten Bande herrschen Bilder gröfseren Maaisstabes, fast 
ausschliefslich japanischen Inhaltes, vor. Zuerst sehen wir ein Kriegs- 
lager auf einem Bergesgipfel; es deutet auf den Helden Yamatodake, 
der von jenem Lager auf der Höhe des Usui-Passes hinab auf die 
Meeresbucht schaute, in welcher seine Gattin Oto-Tachibana Hime als 
Sühnopfer für den erzürnten Meeresgott freiwillig in den Tod gegangen 
war. Dann Yoshitsunes und Noritsune's berühmte Weitsprünge im 
Kampf auf den Schiffen in der Entscheidungsschlacht zwischen den 
Anhängern des Minamoto- und des Taira-Geschlechtes; die starke
        

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