Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kunst und Handwerk in Japan
Person:
Brinckmann, Justus
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1867160
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1869997
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Kunst 
und 
Handwerk 
Japan. 
s" auch in den europäischen 
   Naturgeschichtsbüchern des 
   16. Jahrhunderts abconter- 
  f," feiet finden. äur Erholung 
  [l   von so. viel wusten lalhanta- 
.     sien zeigt uns der Kunstler 
4    j einige magere Versuche 
l-   1', x     perspectivischer Construc- 
17A JJV im   x tion, um dann mit bes- 
iiißx  11x      serem Geschick wieder den 
vgl-i;   "e" ;  D" i 7 „ Strafseniiguren seiner japa- 
 Xly   nischen Heimath sich zuzu_ 
X    E: i". n wenden und eine Weile mit 
x den anmuthenden Sinnbil- 
    dern der Novellen der Genf:- 
E111 Reisstampfer, welcher durch allzu heftige Bewegung die   
Zapfen des Hebels aus ihrem Lager  hat. Aus der Mwwgßlaw zu Spielen. und 
Mßngwa des Hokusai-  Bßmd- kleine, geistvoll erfafste, in 
wenigen Pinselstrichen wie- 
dergegebene malerische Landschaftsmotive über die Seiten auszustreuen. 
Dann schlägt aber nochmals die Lust am Absonderlichen durch, er mufs 
uns noch Razzien, den Donnergott zeigen, der auf seinen zum Kranze ver- 
bundenen Trommeln den Donner paukt; Puten, den Sturmgott, der den 
vom Winde geblähten Sack auf dem Nacken trägt; eine von den 
Yama-uba, wilde, langhaarige, doch nicht unschöne Bergweiber, und 
ähnliche Gebilde des die Naturerscheinungen personificirenden Volks- 
geistes. Diesen schliefst sich eine reiche, bebaute Landschaft an, die 
als Fatamorgana über einem in wogender See schwimmenden Drachen 
schwebt. Dann eine grofse Wellenstudie, mythische Reptilien und  
einfache, in ihre geometrischen Grundformen, meistens in Drei- und 
Sechs-Ecke und sich schneidende Kreise, zerlegte Flachmuster; weiter 
Vögel, darunter mehrere legendenhafter Art, aber auch die natur- 
gemäfsen mit koketten Halsverdrehungen und Kopfwendungen, bei 
denen wir, uns eines gewissen Vorwurfes Fenollosa's zu erinnern, 
nicht umhin können; kleine Studien allerlei nutzbarer Pflanzen; endlich 
noch ein tolles Durcheinander teuflischer Quälgeister, welche das Er- 
scheinen ihres Bändigers Shoki von einem in Selbstbetrachtung ver- 
sunkenen Dharma fortscheucht, und als letztes Bild, wie ein Flächen- 
muster ausgestreut, die „acht Kostbarkeiten", T akezra-znono, jener 
Inbegriff aller irdischen Reichthümer, welche Momo-taro, der Keinem 
Pfirsich entsprungene Märchenheld, dem Riesen abnahm. 
Den vierten Band eröffnet das Werfen der gerösteten Bohnen, 
mit welchem der gute Hausvater um Neujahr die bösen Geister zum
        

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